Die Bemusterung ist einer der ersten Momente, wo es gefühlt so richtig ernst wird. Klar, man trifft die Entscheidung noch nicht endgültig und hat Gelegenheit, im Nachgang noch Einfluss zu nehmen, da man sie noch freigeben muss. Aber ein mal bemustert, wirft man ja eher nicht noch mal alles über den Haufen.

Für die Bemusterung selber muss man sich nicht vorbereiten. Das bedeutet, Ihr müsst noch nicht wissen, wie euer Haus aussehen soll, Ihr müsst euch auch noch kein Hausmodell aussuchen oder ähnliches. Aaaaaaber: Es hilft ungemein!

Wir hatten unsere Bemusterung bei PDE in Flensburg und müssen sagen, dass es wirklich extrem anstrengend war, wir waren insgesamt gut 6 Stunden vor Ort und man ist permanent nur mit Denken beschäftigt. Wir hatten ja im Vorfeld schon eine Idee, welchen Haustyp wir möchten und wie unsere Grundrisse aussehen sollten. Im Vorfeld haben wir ein wenig rumgespielt und selber welche erstellt, ohne auf die 100%ig richtigen Maße zu achten. Hätten wir weder den Haustyp gewusst, noch eine Idee bzgl. der Grundrisse gehabt, hätte die Bemusterung vermutlich schnell 10 Stunden gedauert.

Ablauf der Bemusterung

Das eigentliche Haus und die Grundrisse sind natürlich das A und O der Bemusterung, deshalb fängt man damit an, denn es dauert auch am längsten. Bei uns war es wie gesagt so, dass wir unsere Ideen ausgedruckt mitgebracht haben, die der Architekt dann zu Papier gebracht hat. Einiges war so nicht umsetzbar, weil wir beispielsweise den HWR viel zu klein geplant hatten. Da hätte Heizung, Lüftungsanlage und Co. gar nicht komplett rein gepasst. Aber es half dem Architekten enorm, dass wir zumindest eine grobe Idee geliefert hatten, die er nur noch verfeinern musste.

An der einen oder anderen Stelle hat er uns dann noch Tipps gegeben, was er ändern würde oder wo eine andere Aufteilung Vor- und Nachteile hat. Und obwohl wir vorbereitet waren, wurde die Kladde drei Mal gezeichnet, bis die erste Idee final war. Und so sah die dann aus:

Bemusterung Grundriss EG

Bemusterung Grundriss OG

Diese Kladde geht dann an die Bauzeichnerin bzw. den Bauzeichner, der daraus die richtigen Zeichnungen erstellt und euch zuschickt. Da könnt Ihr dann wie angesprochen natürlich noch Änderungen vornehmen, was wir auch getan haben.

Habt Ihr noch keine Idee, wie euer Haus aussehen soll, könnt Ihr vor Ort in den Katalogen stöbern. Dort sind – nicht nur bei PDE, sondern bei jedem Bauträger – die einzelnen Haustypen und Grundrissvorschläge abgebildet. Daran kann man sich dann auch orientieren und dann vor Ort erst die eigentliche Idee entwickeln, was dann einfach etwas länger dauert. Daher unser Tipp: Vorher ein wenig recherchieren und einfach mal Kataloge von verschiedenen Bauträgern anfordern, um sich inspirieren zu lassen.

Was wird noch bemustert?

Nachdem der größte Part der Bemusterung erledigt ist – und Ihr herrlich erschöpft seid – geht es ans Geld ausgeben 😉

Verblender, Fugenfarbe und Dachziegel
Bemusterung Verblender und Dachpfannen
Es gibt unzählige dieser Platten, wo ein kleiner Ausschnitt vom Verblendmauerwerk in den verschiedensten Farben zu sehen ist. Hier eine Entscheidung zu treffen, ist gar nicht so einfach, weil man sich irgendwann in Kleinigkeiten verstrickt. Für uns war das schwierigste, sich diesen kleinen Ausschnitt auf der riesen Hausfläche vorzustellen. Hier geht also schon mal ein wenig Zeit ins Land, bis man sich entschieden hat.

Dachüberstand
Hier geht es darum, sich eine Farbe auszusuchen und zu entscheiden, ob man Holz oder Kunststoff möchte. Da es kaum Auswahl an Farben gibt, war das bei uns relativ schnell entschieden. Dachüberstand aus Kunststoff in weiß sollte es sein.

Farbe und Größe der Fenster und Türen
Daraus kann an vermutlich auch eine Wissenschaft machen und ewig überlegen. Glücklicherweise waren wir uns hier bereits im Vorfeld einig: Möglichst viele bodentiefe Fenster sollten es sein, um ein helles und freundliches Licht zu haben. Und wir wollten, dass die Fenster von Innen weiß und von außen anthrazit sind. Da wir das schon sehr früh wussten, hatten wir diesen Posten bereits mit im Angebot, ansonsten muss hierfür extra Geld eingeplant werden.

Farbe der Fliesen (falls angeboten)
Das war bei uns kein Thema, da wir dies direkt mit dem Fliesenleger klären sollten. Der führt, wenn es so weit ist, irgendwann das Gespräch mit euch auf der Baustelle. Das war uns ganz recht, denn bei diesem Thema muss ebenfalls viel nachgedacht werden, da hatten wir eh keinen Kopf mehr für 😉
Hier lest Ihr, wie wir dabei vorgegangen sind: Fliesen- und Badezimmerplanung

Innentüren und Griffe
Bei den Innentüren gab es auch erstaunlich viel Auswahl, von schlicht bis verspielt und Landhausstil ist alles dabei. Hier waren wir uns aber auch relativ schnell klar, dass wir das nicht wollen und auf schlichte Innentüren setzen.

Bemusterung TürgriffeVon der Auswahl an verschiedenen Innentüren haben wir leider kein Bild gemacht, aber so sehen sie bei uns eingebaut aus:

InnentürAußentüren
Bei der Bemusterung entscheidet man auch, welche Eingangstüren man nimmt. Bei uns ging es hier um die „richtige“ Eingangstür, sowie um die Eingangstür zum Hauswirtschaftsraum. Und hier wird es das erste Mal teuer. Denn die Standardtür war einfach nur unglaublich hässlich 😉 Da gibt man so viel Geld für ein Haus aus und dann soll dass der Eingangsbereich sein? Ne, das wollten wir nicht, deshalb haben wir uns hier verschiedene Türen angesehen.

Von der – nach unserem Geschmack – hässlichen Standardtür haben wir leider auch kein Foto gemacht, aber hier mal eines der Tür, die wir dann genommen haben:

Eingangstür

Welche Steckdosen und Lichtschalter
Es hängen etliche Lichtschalter an der Wand, von denen man sich welche aussuchen kann. Hier war uns aber auch klar, dass wir nichts verspieltes, sondern was schlichtes haben wollten. Und matt sollte er sein, wir wollten nichts glänzendes, um nicht ständig Staub und Fingerabdrücke zu sehen.

Bemusterung LichtschalterBadewanne und Armaturen
Hier haben wir die Standardbadewanne genommen und die Armaturen raus genommen aus der Bemusterung, um dies später mit dem Gewerk selber zu besprechen. Die Standardbadewanne wurde dann über Eck gemauert und reicht uns von der Größe definitiv aus. Wenn Ihr nun nahezu 2m groß seid und mehr Platz braucht, dann wird hier sicherlich ein Aufpreis fällig. Wer mag, kann natürlich auch direkt eine Badewanne mit Whirlpoolfunktionen auswählen 😉

Die Standardbadewanne in der Ausstellung haben wir leider auch nicht fotografiert. Aber das fertige Ergebnis kann ich euch zeigen:

Bei der Bemusterung ausgewählt: Eckbadewanne auf EstrichInnentreppe
Hier gilt ähnliches wie für die Außentüren: Man kann den Standard nehmen, allerdings ist der nicht wirklich hübsch… Inklusive war bei uns nämlich eine Treppe komplett in der Farbe wie der rechte Balken mit dem grünen Punkt. Und das ist mal so gar nicht unser Geschmack 😉

Bemusterung InnentreppeDie Innentreppe haben wir dann im Standard gelassen und die tatsächliche Innentreppe dann später beim Treppenbauer ausgesucht. Hier muss man dann einfach noch extra Budget einplanen und den kompletten Aufpreis einrechnen. Beim Aufpreis kommen schnell 2.000 bis 5.000 Euro zusammen, die solltet Ihr im Hinterkopf behalten. Ihr könnt diesen auch direkt bei der Bemusterung einplanen und die Treppe bestellen, allerdings habt Ihr sie da noch gar nicht gesehen. Deshalb ist der Weg ins Treppenstudio hier empfehlenswert.

Sonstiges
Man kann natürlich noch viel mehr bemustern. So könnte man noch Rolläden wählen, aber das Thema hat man ja meist schon vorab im Angebot, wenn man gerne welche möchte. Dann könnt Ihr euch beispielsweise noch Fensterbänke, Klingeln oder auch spezielle Dachrinnen aussuchen.

Die Kosten der Bemusterung

Die Kosten genau zu beziffern, ist natürlich sehr schwierig, denn es hängt in erster Linie von eurem persönlichen Geschmack ab. Die Innentüren, Griffe und Lichtschalter waren bei uns beispielsweise inklusive und wir sind damit sehr zufrieden. Wer aber z.B. Innentüren im Landhausstil möchte, muss pro Tür einen Aufpreis einrechnen. Auch die Eingangstüren kosten bereits zwischen 1.500 und 3.000 Euro, wenn man die Standardversion nicht möchte. Wenn ihr dann noch eine andere Innentreppe nehmt, sind die ersten 5.000 –  6.000 Euro schon mal weg. Dann kommt noch „Kleinkram“ dazu, der sich insgesamt schnell auf 10.000 bis 15.000 Euro summieren kann.

Die Kosten für die Bemusterung sollte man also nicht unterschätzen und im Vorfeld in die Hausbau Kosten und bei der Finanzierung einplanen! Denn nichts ist ärgerlicher, als sich mit Dingen zufrieden zu geben, die einem nicht gefallen, nur weil man dies im Vorfeld nicht bedacht hat und sich dann nicht mehr leisten kann. Türklinken oder Lichtschalter kann man im Zweifel ja noch mal austauschen, bei Treppen oder Eingangstüren ist dies vermutlich anders.

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2 KOMMENTARE

    • Hallo Mareike,

      ob das „klassische Bauzeichner“ sind, kann ich dir nicht sagen.
      Bei uns war es so, dass der Architekt die grobe Planung mit uns vor Ort gemacht hat und danach alles weitere über die Bauzeichnerin lief.
      Sie hat dann alle unsere Änderungen eingearbeitet und uns die Entwurfszeichnungen zukommen lassen.

      Ob das immer und überall so ist, kann ich dir natürlich nicht sagen.

      Gruß
      Christian

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