Terrasse

Terrasse mit Pflasterklinker gestalten – Übersicht, Kosten, Vor- und Nachteile

Terrasse pflastern Klinker - Pflasterklinker sind pflegeleicht, robust und relativ einfach zu verlegen

Nachdem wir bereits über die unterschiedlichen Bodenbeläge und deren Vor- und Nachteile für Terrassen berichtet haben, möchten wir nun auf die einzelnen Arten näher eingehen.

Den nächsten Beitrag in der Rubrik Terrassenbelag widmen wir nun dem Pflasterklinker. Denn neben den bereits erwähnten Vor- und Nachteilen gibt es noch viel mehr Wissenswertes über Klinker als Terrassenbelag.

Vorteile von Klinker auf der Terrasse nochmals kurz zusammengefasst

Klinker haben als Hartbrandziegel ganz besondere Eigenschaften. Damit ist Pflasterklinker ideal für die Terrasse geeignet:

  • Klinker ist abriebfest.
  • Klinkersteine sind wasserundurchlässig.
  • Pflasterklinker ist witterungsbeständig und sehr robust.
  • Frost kann dem Belag nichts anhaben.

Außerdem sind Klinker relativ kostengünstig und einfach zu verlegen.

Was kostet Pflasterklinker für die Terrasse?

Die Kosten für Pflasterklinker fangen bei rund 15 Euro pro m² an und reichen bis zu 30 Euro pro m². Für einen Quadratmeter Terrasse werden rund 50 Klinker benötigt. Generell entscheidet das Brennverfahren und die Brenntemperatur über den Preis der Ziegel. Sollen zudem noch Schmuckverbände wie Kreise, Bögen oder Ornamente durch andersfarbige Steine verlegt werden, steigt der Preis weiter an.

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Zu den Materialkosten kommen eventuell noch die Arbeitskosten der Handwerksfirma hinzu. Hier kann mit einem Stundensatz von 50 bis 60 Euro für einen ausgebildeten Handwerker gerechnet werden. Weitere Kosten entstehen durch das Verfugen und Festrütteln. Da man Pflasterklinker auf der Terrasse nicht auf einem Stelzlager verlegen kann, muss ein frostsicherer Untergrund vorhanden sein oder vorbereitet werden. Zudem muss dieser mit einem Gefälle von ca. 2 % vom Gebäude weg hergestellt werden. Ein passender Unterbau kann je nach Erfordernissen einige hundert Euro pro m² kosten. Auch die Kosten für die Randbegrenzung müssen einkalkuliert werden.

Ebenso kann es bei einem schweren, wasserundurchlässigen Boden erforderlich sein, dass eine Drainage mit Sickergrube erstellt werden muss. Da die Klinkersteine aber sehr robust und langlebig sind, kann man seine Terrasse auch mit gebrauchten Klinkern pflastern. Das senkt die Kosten ein gutes Stück.

Wie werden Pflasterklinker auf der Terrasse verlegt?

Soll auf der Terrasse Pflasterklinker verlegt werden, sollte man beim Kauf darauf achten, dass die Klinker aus dem gleichen Brand stammen. Denn bei unterschiedlichen Bränden sind Farbabweichungen keine Seltenheit.

Zudem sollten die Steine vor dem Verlegen ohne Bodenkontakt gelagert werden. Ansonsten können Salze aus dem Boden in die Klinker einziehen und nach dem Verlegen durch unschöne Ausblühungen wieder zum Vorschein kommen. Auch sollten die Steine der einzelnen Paletten miteinander vermischt werden. Damit ist eine ausgeglichene Optik mit natürlicher wirkenden Farbunterschieden automatisch gegeben.

Des Weiteren sollte man sich vor dem Verlegen genau überlegen, in welchem Verband die Terrasse mit Klinker gepflastert werden soll. Neben den verbreiteten Reihen- oder Läuferverbänden gibt es noch den:

  • Diagonalverband
  • Fischgrätverband
  • Parkettverband
  • Kreisverband

Bei komplizierten Verbänden ist eine maßstabsgetreue Skizze vor dem Verlegen durchaus zu empfehlen.

Pflasterklinker auf der Terrasse verlegen

Als Untergrund für Klinker auf der Terrasse wird eine mindestens 25 cm dicke Tragschicht benötigt. Hierfür eignen sich Bruchschotter oder Kies 0/32 am besten, die danach mit einer Rüttelplatte ordentlich verdichtet werden müssen. Die Tragschicht sollte mindestens ein Gefälle von 2 % vom Haus weg aufweisen. Das bedeutet einen Höhenunterschied von 2 cm pro Meter Länge oder Breite, damit sich auf der Terrasse kein Regenwasser sammelt.

Auf die Tragschicht muss zusätzlich eine 3 bis 5 cm starke Bettung aus Basaltgestein oder einem anderen Hartgestein aufgebracht werden. Als Korngrößen sind 0/4, 9/5 oder 0/8 zu empfehlen. Auch die Tragschicht muss anschließend verdichtet werden.

Nach dem Aufbringen der Tragschicht und vor dem Beginn der eigentlichen Verlegearbeiten, muss die Randeinfassung errichtet werden. Das kann beispielsweise eine Reihe senkrecht stehender Pflasterklinker mit einer stabilisierenden Beton-Rückenstütze sein.

Die Randeinfassung für die Pflasterklinker kann mit einer Beton-Rückenstütze abgesichert werden

Anschließend werden die Pflasterklinker auf der Terrasse mit 3 bis 5 mm breiten Fugen verlegt. Aber auch eine Knirsch-Verlegung ist möglich. Hierbei liegen die Steine dicht an dicht. Die Ränder reiben aneinander. Auf diese Art und Weise entsteht im Lauf der Zeit eine besondere Patina durch die leichten Beschädigungen der Steine am Rand.

Die Arbeiten sollten an einer geraden Seite beginnen. Von dort wird eine Richtschnur im rechten Winkel und einem Abstand von etwa 1,5 Metern gespannt. Damit wird verhindert, dass die Flucht der Stoßfugen später nicht gerade verläuft. Nach jeweils vier Reihen sollten die Fugen zur Stabilisierung mit feinem Brechsand aufgefüllt werden. Für ein gerades Verlegemuster sollte immer abschnittsweise gearbeitet werden. Am besten in Teilstücken von 2 x 2 m.

Um die Verbundwirkung der Klinker auf der Terrasse zu verbessern, werden die Fugen abschließend vollständig mit feinem Brechsand verfüllt. Am besten eignet sich hierzu eine Körnung von 0/4 G oder 0/5 G. Jedoch sollte kein Quarzsand verwendet werden.

Nach dem vollständigen Verfüllen der Fugen wird das überschüssige Fugenmaterial abgekehrt. Dann wird die Terrasse mit einem leichten bis mittelschweren Flächenrüttler mit Gummischutz und einer Zentrifugalkraft von maximal 12 kN von außen nach innen verdichtet. Danach wird erneut Fugensand eingearbeitet, um die durch das Rütteln leicht abgesackten Fugen wieder aufzufüllen.

Klinker auf der Terrasse reinigen

Eine Terrasse mit Klinker ist schnell und einfach zu reinigen. Leichte Verschmutzungen lassen sich mühelos mit heißem Wasser und etwas Schmierseife entfernen. Hierzu werden die Pflastersteine am besten mit einer Wurzelbürste abgeschrubbt. Bei stärkeren Verschmutzungen wie Grillfett oder Grillasche haben sich Stein- und Fassadenreiniger bewährt.

Terrassen mit Pflasterklinker dürfen aber nicht mit säurehaltigen Putzmitteln gereinigt werden. Diese würden die natürliche Schutzschicht der Steine nur beschädigen.

Grundsätzlich sind bei der Pflege und Reinigung einer mit Klinker gepflasterten Terrasse folgende Punkte zu beachten:

  • Die Pflasterklinker dürfen nicht mit einem Sandstrahler gereinigt werden. Dabei können die Fugen und die Steine selbst beschädigt werden.
  • Saure Reinigungsmittel führen zu chemischen Reaktionen beim Material. Die so entstehenden Verfärbungen sind unwiderruflich.
  • Der Terrassenbelag aus Klinker sollte alle zehn Jahre erneut imprägniert werden. Dadurch bleiben die Steine weiterhin witterungsbeständig und trotzen Regen, Sonne und Schnee.
  • Sollte das Klinkerpflaster mit einem Mittel gereinigt worden sein, dass einen rutschigen Film auf der Oberfläche zurücklässt, müssen diese gründlich abgespritzt werden. Ansonsten könnten die Pflaster bei Feuchtigkeit nicht mehr rutschfest sein und eine Unfallgefahr darstellen.
  • Das Moos auf den Klinkersteinen sollte nie mit Feuer entfernt werden.

Starke Verschmutzungen werden am besten mit einem Hochdruckreiniger mit Bürste entfernt. Dafür werden die Steine zunächst mit dem Hochdruckreiniger gründlich durchnässt. Bereits bei diesem Schritt werden die ersten Verschmutzungen entfernt.

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  • Anschließend wird mit einer Scheuerbürste ein passendes Reinigungsmittel aufgetragen. Dieses sollte mindestens eine Stunde einwirken.
  • Nach dieser Einwirkzeit werden die Verschmutzungen abgebürstet.
  • Die Seifenreste werden mit dem Hochdruckreiniger entfernt.

Pflasterklinker reinigen mit Trockeneis

Werden die Klinker auf der Terrasse weder mit Wasser, Seife und Hochdruckreiniger sauber, hilft vielleicht Trockeneis. Dieses wird auf die Steine gestrahlt. Das feste Kohlendioxid trifft mit hohem Druck auf die Oberfläche und lost dadurch den Schmutz ab.

Da diese Methode für Heimwerker etwas aufwendig ist, empfiehlt sich hier die Beauftragung eines Fachbetriebs. Zudem muss man wissen, dass diese Variante nicht gerade günstig ist. Die Reinigung einer Klinkerterrasse kann je nach Größe mehrere Tausend Euro kosten. Und wenn danach der Belag immer noch verschmutzt ist, hilft nur noch die Erneuerung.

Terrasse Pflasterklinker - Es gibt verschiedene Verlegearten zum Pflastern mit Klinker

Algen und Moos vom Klinker entfernen

Bei unüberdachten, mit Klinker gepflasterten Terrassen lagern sich gerne Algen oder Moos, vor allem zwischen den Fugen, ab. Um diese Pflanzen wieder zu entfernen, hilft die chemische Keule oder das Abkratzen. Generell muss beim Abkratzen aber vorsichtig gearbeitet werden. Zum einen sollen die Steine nicht beschädigt werden, zum anderen auch nicht die Fugen. Einfacher ist die Entfernung mit einem Mittel gegen Grünbelag. Hierzu sollte aber darauf geachtet werden, dass hierfür ausschließlich biologisch abbaubare Algizide genutzt werden. Des Weiteren müssen die Herstellerhinweise genau beachtet werden, um die Pflasterklinker auf der Terrasse nicht zu beschädigen.

Etwas kostengünstiger als ein Mittel gegen Grünbelag ist ein einfaches Hausmittel: Apfelessig. Dieser wird auf die verschmutzten Stellen gesprüht. Dort muss er über Nacht einwirken. Am nächsten Morgen lassen sich die Algen meist mühelos entfernen. Auch ein Gemisch aus Cola mit Soda hilft wirksam gegen Grünbelag.

Moos mit Kaliumpermanganat entfernen

Einem starken Moosbefall kann man zudem mit Kaliumpermanganat Herr werden. Dabei geht man wie folgt vor:

  • 5 g Kaliumpermanganat werden in 3 l Wasser eingerührt.
  • Dieses Gemisch wird anschließend in die Fugen gefüllt.
  • Dort muss es mindestens 5 Stunden lang einwirken.
  • Anschließend kann das abgestorbene Moos mit einer Bürste entfernt werden.

Klinkersteine auf der Terrasse vor Verschmutzungen schützen

Klinker wird aus tonhaltigen Materialien gebrannt. Durch diese Methode werden sie widerstandsfähig und unempfindlich gegen Feuchtigkeit.

Dennoch lohnt es sich, die Steine zusätzlich zu versiegeln. Vor allem bei gebrauchten Steinen, rissigen Oberflächen oder porösen Fugen ist das zu empfehlen.

Klinkersteine imprägnieren

Ehe die Klinker der Terrasse imprägniert werden können, müssen sie vollständig sauber und trocken sein. Damit das Imprägniermittel sich nicht an den Fensterscheiben und Türen ablagern kann, sollten diese mit einer Folie gründlich abgeklebt werden.

Anschließend wird die Imprägnierung auf die Steine aufgetragen. Dabei ist die Gebrauchsanweisung des Herstellers zu beachten. Je nach Mittel kann die Trocknungszeit zwei oder mehr Stunden betragen. Während dieser Phase sollte die Terrasse nicht betreten werden. Zur Sicherheit ist auch eine Wiederholung des Imprägniervorgangs möglich. Durch eine regelmäßige Versiegelung der Oberfläche der geklinkerten Terrasse wird die Lebensdauer dieser um etliche Jahre erhöht.

Wenn zudem die Farbe der Pflasterklinker auf der Terrasse wieder aufgefrischt werden soll, empfiehlt sich Klinker- und Keramiköl. Doch diese Behandlung muss regelmäßig wiederholt werden. Bezüglich der Versiegelung muss man zudem wissen, dass diese nur dann funktioniert, wenn von unten keine Feuchtigkeit aufsteigen kann. Daher ist diese im Garten oder bei einer Terrasse oftmals nicht möglich.

Zusammengefasst: Terrassenbelag mit Pflasterklinker gestalten

Klinker für Terrassen sind sehr beliebt. Nicht nur, dass sie robust und langlebig sind. Da es sie in unterschiedlichen Farben gibt, können damit auch schöne Muster auf der Terrasse verlegt werden. Jedoch kann eine mit Pflasterklinker ausgelegte Terrasse schnell teuer werden.

Denn allein für einen Quadratmeter werden rund 50 Steine benötigt. Dafür können aber versierte Handwerker Geld beim Verlegen sparen. Denn die gebrannten Steine lassen sich auch gut selbst verlegen. Hierfür muss lediglich ein guter Untergrund vorbereitet werden. Und die benötigte Rüttelmaschine kann heutzutage gegen eine Gebühr in vielen Baumärkten ausgeliehen werden.

Damit die Terrasse mit Klinker auch lange schön bleibt, sollte sie regelmäßig, mindestens alle 10 Jahre, imprägniert werden. Damit bleiben die Pflastersteine weiterhin vor Eis, Regen und Sonne geschützt. Wegen der Brennmethode bei mindestens 1200 °C sind die tonhaltigen Steine zudem sehr schmutzabweisend und leicht zu reinigen. In der Regel sind dafür nicht mehr als warmes Wasser und ein Schrubber erforderlich. Und sollte die Verschmutzung doch etwas hartnäckiger sein, kann man sich mit einem Dampfstrahler aushelfen.

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Wir – ein junges Paar Anfang 30 aus Hamburg – hatten die Idee von der überteuerten Mietwohnung in Hamburg auf Eigentum umzusteigen. Auf unserem Blog schreiben wir seit dem über unsere Erfahrungen mit dem Hausbau und dem Leben im Einfamilienhaus mit Garten. Christian ist dabei eher für organisatorische Dinge und das "Grobe" verantwortlich, sowohl im Haus, als auch im Garten. Lene kümmert sich dabei um die Innenausstattung, Deko, Pflanzen und alles, was wir zum Wohlfühlen so brauchen :-)

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