Für jeden Bauherrn stellt sich irgendwann die Frage, ob man die Decke tapezieren oder die Decke streichen möchte. Da wir Tapete – vor allem die Raufasertapeten – nicht so schön finden, haben wir uns nach langem hin und her dafür entschieden, die Decke zu spachteln und anschließend zu streichen. Grund hierfür war ein Familienmitglied, das uns mit Rat und Tat zur Seite stand und uns glaubhaft vermittelt hat, dass man die Decke direkt streichen kann, wenn man sie anständig vorbereitet. Die Vorbereitungen sind zwar anstrengend, aber wir sind froh, dass wir es gemacht haben, denn das Ergebnis gefällt uns sehr!

Das Vorgehen

  • Decke spachteln
  • Decke abschleifen
  • ggf. noch mal spachteln und schleifen
  • Decke grundieren
  • Decke streichen

Benötigtes Material zum Decke spachteln und streichen

Nachfolgend findest Du eine Übersicht der Materialien, die wir benötigt haben. Die Links führen dich zu Amazon. Falls Du also etwas von den Materialien nicht Zuhause hast, siehst Du da, was wir uns besorgt haben.

Decke schleifen

Wenn wir nichts vergessen haben, sollte es das sein. Reicht ja auch 😉 Dann lasst uns mal anfangen!

Decke spachteln

Unsere Stahlbetondecke hatte den einen oder anderen Platzer, der zunächst beseitigt werden musste.

Platzer an der Decke müssen gespachtelt werden
Macken an der Decke spachteln
Deckenstöße und Deckenfugen spachteln

Darüber hinaus verfügt eine Fertigbetondecke immer über kleinere Löcher, Dellen und Unebenheiten, so dass Du in jedem Fall spachteln musst, auch wenn Du keine Platzer wie wir hast.

Außerdem musst Du natürlich die Deckenstöße spachteln. Die Betondecke kommt ja in mehreren Einzelteilen, so dass Du sichtbare Übergänge hast. Diese Übergänge nennt man Deckenstöße bzw. Deckenfugen, die geschlossen werden müssen.

Unser Vorgehen:

Zunächst mussten die zu spachtelnden Stellen grundiert werden, wofür wir einfachen Tiefengrund aus dem Baumarkt genommen und damit die Deckenstöße gestrichen haben. Dies macht man, damit die Spachtelmasse besser haften bleibt. Nachdem wir die Deckenstöße fertig hatten, haben wir uns um die Platzer und kleinere Löcher in der Decke gekümmert.

Nachdem die Spachtelmasse an den Deckenfugen getrocknet war, haben wir die diese geschliffen und dann erneut grundiert. Denn bei Deckenstöße reicht es im Regelfall leider nicht, sie einmal zu spachteln. Wir sind zwei mal großflächig rüber und haben danach nur noch kleine Stellen ausbessern müssen. Da habe ich dann einfach einen kleinen Gipsanrührbecher genommen.

Decke geschliffen und grundiert, um zu spachtelnDecke schleifen

Decke schleifen mit Wand- und Deckenschleifer - Trockenbauschleifer - Langhalsschleifer - SchleifgiraffeWenn die Macken und Deckenstöße verspachtelt und getrocknet sind, gilt es, die Decke zu schleifen. Damit die Farbe nachher besser hält, muss die Decke nämlich glatt und frei von Spachtelresten sein. Dafür kommt dann der Wand- und Deckenschleifer – auch bekannt als Trockenbauschleifer, Langhalsschleifer oder Schleifgiraffe – zum Einsatz.

Obwohl es sehr anstrengend ist, diesen die ganze Zeit hoch zu halten, kommst Du nicht daran vorbei. Denn es geht natürlich viel schneller, als wenn man die gesamte Fläche mit einem Handschleifer bearbeiten müsste.

Am Besten seid Ihr zu zweit und könnt euch beim Decke schleifen regelmäßig abwechseln. So haben wir es zumindest gemacht, denn das Schleifen der Decke dauert ein bisschen und geht kräftig in die Arme 😉

Kosten vom Wand- und Deckenschleifer

Wand- und Deckenschleifer - Trockenbauschleifer - Langhalsschleifer - Schleifgiraffe - gemietet bei BoelsWir haben den Wand- und Deckenschleifer bei Boels gemietet, worüber wir uns im Nachgang sehr geärgert haben. Nicht, weil Boels kein guter Anbieter ist (im Gegenteil, wir haben nur gute Erfahrungen gemacht), sondern weil es insgesamt teurer war, die Schleifgiraffe zu mieten, statt sie zu kaufen. Aber das Gerät zu kaufen, war in all dem Stress irgendwie nie ein Thema.

Da wir den Wand- und Deckenschleifer insgesamt zwei Wochenenden (1x EG, 1x OG) gebraucht haben, haben wir insgesamt fast 320 Euro dafür bezahlt. Wenn man überlegt, dass der Bestseller bei Amazon etwa 130 Euro kostet, haben wir hier ein wenig Geld verschenkt. Zu den (beispielhaften) 130 Euro müsst Ihr natürlich noch ein wenig dazurechnen, sei es Schleifscheiben oder ein entsprechender Staubsauger. Wir haben hierfür einen alten genommen, der eh nicht mehr zum Einsatz kam und deshalb ruhig versaut werden durfte. Aber selbst mit dem benötigten Zubehör wären wir wohl günstiger weggekommen.

Das Geld ist dabei aber gar nicht so schlimm, sondern viel eher der Zeitdruck. Du musst den Trockenbauschleifer am Freitagabend abholen und ihn zwingend am Montagmorgen um 08:00 Uhr wieder abgeben, sonst kostet er extra. Das kann im Zweifel auch mal in Stress ausarten und nervt spätestens dann, wenn Du am Wochenende nicht mit allem fertig geworden bist.

Daher unser Tipp: Den Langhalsschleifer lieber kaufen, das ist günstiger und deutlich flexibler! Denn neben der Decke warten im Obergeschoss noch die Gipskartonplatten und natürlich jede Menge Wände auf euch, wenn ihr diese auch selber bearbeitet.

Atemschutzmaske

Die Atemschutzmaske ist beim Decke schleifen PflichtEin ganz wichtiges Utensil bei den ganzen Arbeiten ist die Atemschutzmaske. Denn wenn Du mit dem Langhalsschleifer erst mal zugange bist, entsteht richtig viel Staub. Und der ist nicht nur sehr unangenehm, sondern auch schädlich für die Atemwege und die Lunge.

Neben Erkrankungen wie Bronchitis können die in Staubarten enthaltenen Stoffe wie Blei oder Quecksilber sogar Krebserkrankungen fördern.

Deshalb ist es um so wichtiger, dass Ihr auf jeden Fall eine Atemschutzmaske zum Arbeiten nutzt.

Nacharbeiten

Die Nacharbeiten sind extrem wichtig gewesen, da wir die Decke weiß streichen wollten. Und weiße Farbe hat den „unschönen“ Effekt, dass selbst die kleinsten Unebenheiten sofort sichtbar sind. Deshalb solltet Ihr nach dem Schleifen der Decke auf jeden Fall noch mal gründlich schauen, ob ihr wirklich alle Stellen sauber gespachtelt habt. Das ist – gerade weil man schwere Arme und keine Lust mehr hat – wirklich nervig, muss aber gemacht werden. Ihr bereut es langfristig, wenn ihr es nicht tut.

Decke grundieren

Mit Tiefengrund die Decke grundierenDie Stellen, die es zu spachteln galt, hatten wir ja bereits grundiert, damit die Spachtelmasse besser haften bleibt.

Und genau aus dem gleichen Grund haben wir im Anschluss die gesamte Decke (also auch die gespachtelten Stellen) grundiert, denn unbehandelte Oberflächen wie Beton gelten als stark saugend, wodurch die Farbe an Deckkraft verliert.

Außerdem kann die Farbe bei späteren Anstrichen abplatzen, so dass die Grundierung zwingend notwendig ist (Das gilt besonders bei Gipskarton und Rigipsplatten).

Beim Grundieren kannst Du grundsätzlich auch nicht so viel falsch machen.
Du solltest nur auf die Menge achten, deine Decke soll nicht triefen und tropfen.

Decke streichen

Decke streichen - Stahlbetondecke im Neubau bekommt ersten AnstrichWenn der Tiefengrund eingezogen ist, kann es endlich losgehen, es ist Zeit für den ersten Anstrich.

Nach dem ersten Anstrich haben wir uns dann noch mal auf die „Jagd“ begeben und die gesamte Decke nach Macken abgesucht. Wir waren dann doch erstaunt, wie viele Stellen wir noch gefunden haben, nämlich ganz viele kleine, schwarze „Punkte“.

Das sind kleinere Löcher, die in der Stahlbetondecke sind und die geschlossen werden müssen, damit man sie später nicht sieht. Das ist auch ein Grund, warum viele das Spachteln der gesamten Decke empfehlen. Das haben wir nicht gemacht, weil wir aus unserer Sicht sehr viel Spachtelmasse unnötigerweise aufgebracht hätten. Wir haben die kleinen schwarzen „Punkte“ kurz über gespachtelt und mit dem Handschleifer geschliffen, fertig.

Das Ergebnis

Heute sieht die Decke dann so aus. Es war wirklich anstrengend, aber es hat sich für uns gelohnt.

Decke weiß gestrichen

Decke in der Küche weiß gestrichen
Decke streichen

Ein paar weitere Bilder könnt Ihr beispielsweise auch im Beitrag über unsere dimmbaren LED Wandlampen sehen.

Offene Fragen?

Haben wir irgendwas nicht beantwortet? Dann schreib uns bitte in die Kommentare, wir werden dir zügig antworten.

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7 KOMMENTARE

  1. Hi Christian,

    vielen DANK für deinen hillfreichen Beitrag. So wie ich es verstanden habe, habt ihr auf das Tapezieren verzichtet und direkt gestrichen (natürlich unter Berücksichtigung einer gewissen Flächenvorbehandlungen)?
    Wir ziehen demnächst in eine Neubauwohnung und irgendwie sagen mir Maler und Bauträger,dass man nicht auf Putz streichen sollte sondern stets tapezieren muss (z.B. Raufaser,Malervlies, etc). Wir möchten eigentlich keine Tapete sondern analog wie ihr direkt streichen. Hat man euch bzgl. eurer Prozedur abgeraten?
    Mir hilft euer Beitrag wirklich sehr-so ähnlich werden wir es auch machen. Eventuell lass ich die Wände durch den Bauträger/Verputzer glatt verputzen-war ja wohl schon ziemlich anstrengend bei euch?!?! Aber das Ergebnis sieht klasse aus. Großes Kompliment! In welcher Qualität wurden euch die Wände bereitgestellt (Innenputz Q2 oder Q3) ? Gemäß unser Baubeschreibung werden die Innenwände in Q2-Qualität verputzt und anschließend mit Rauhfaser tapeziert. Ich verzichte aber gerne auf das Tapezieren und möchte liebe glatte,streichfähige Wände.

    Schönen Abend,
    Conny

    • Hallo Conny,

      die Decke haben wir wie beschrieben vorbehandelt und dann aber tatsächlich direkt gestrichen, ohne Tapete oder Malervlies. Abgeraten hat man uns davon nicht, auch wenn die Maler natürlich gerne Malervlies verkaufen wollen 😉 Uns wurde nur empfohlen, über den Stahlträger ein Gewebe einzuarbeiten, das haben wir dann auch gemacht.

      Bzgl. der Wände:
      Die waren vom Verputzer natürlich auch glatt verputzt und sahen super aus. Allerdings kommen nach dem Verputzer noch etliche Gewerke in dein Haus, die leider alles andere als vorsichtig sind. Der Fliesenleger z.B. nimmt ein Paket Fliesen in die Hand, dreht sich und ratscht schön an der Wand lang. Und die anderen Gewerke waren da kein bisschen vorsichtiger. Das wirst du feststellen, wenn du Abends nach der Arbeit auf die Baustelle gehst und die Wände begutachtest, da werden täglich irgendwo neue Dellen sein…
      Unser Tipp dazu: Weggucken, ignorieren und erst darum kümmern, wenn ihr wirklich streichen wollt, sonst spachtelt ihr ständig 🙂

      Bzgl. der Putzqualität:
      Wir haben Q2 Putz an den Wänden. Der Verputzer wollte uns zwar Q3 verkaufen, aber der Aufpreis war es uns nicht wert. Der Verputzer hat bei uns einen guten Job gemacht, die Wände waren alle gerade und eben. Wir haben die Wände dann komplett grundiert und dann ohne Tapete oder sonst irgendwas direkt gestrichen.
      Wir hatten bei 2, 3 Wänden den Fall, dass nach dem ersten Anstrich Unebenheiten sichtbar waren. Ob das mit dem Q2 Standard zu tun hatte oder ob die auch bei Q3 da gewesen wären, kann ich dir leider nicht sagen. wir haben die Stellen dann einfach noch mal geschliffen und ausgebessert und der Wand einen zweiten Anstrich gegeben.

      Wenn du noch Fragen hast, einfach noch mal melden. Ansonsten erst mal viel Erfolg und weiterhin gute Nerven 😉

      Christian

  2. Hi Christian,

    Wow! Vielen Dank für deine sehr ausführlichen Antworten. Wir wollen es genau so wie ihr machen. Wir kommen halt immer ins Grübeln, wenn wir mit den Fachleuten reden. Klar dein Argument ist einleuchtend, der Maler wird versuchen uns das Malervlies schmackhaft zu machen und der Verputzer die Q3-Qualität.

    Unser Bauchgefühl sagt 1. keine Tapete und 2. auf Q2 streichen 😀 und nun kennen wir sogar einen Bauherren , der es genau so gemacht hat😉
    Vielen lieben Dank hierfür. Ich folge eurem Blog gerne weiter-bin gespannt.
    Gruß Conny

  3. Hi Christian,
    dein Beitrag war für uns auch sehr hilfreich,
    unser Haus wird auch bald gebaut. Die Decke und die Wände möchten wir selber streichen.
    Du hast alles sehr gut abgebildet und geschrieben bis zum ende der Deckenarbeit aber, Ich habe bei deiner Antwort nicht verstanden was mit den Stahlträger ein Gewebe einarbeiten gemeint ist. ich würde mich über eine Antwort freuen. Danke im Voraus
    Cem 🙂

  4. Hallo Christian,
    auch von meiner Seite vielen Dank für die Mühe, die du dir machst, um anderen Häuslebauern zu helfen. Dein Beitrag ist eine große Motivation es selber zu probieren. Und gibt uns die Hoffnung, nicht völlig auf dem Holzweg zu sein.

    Wir haben unsere Betondecken erst tiefengrundiert (Uinversaltiefengrund von Swingcolor). Dann haben wir gespachtelt mit Feinputz (Glätt- und Flächenspachtel von Swingdekor). Dabei ist mir folgendes aufgefallen:
    – Die Spachtelmasse trocknet sehr schnell. Wenn ich eine Fläche, die schon gespachtelt ist, noch einmal quer überziehe, bilden sich kleine Kügelchen, sie mir tiefe Rillen in die Spachtelmasse ziehne. Daher habe ich beschlossen, im Allgemeinen quasi garkeine Masse aufzubringen, außer eben an den Rissen, Fugen und Löchern (so ist es vermutlich sowieso gedacht)
    – Ich nehme etwas mehr Wasser zum Anrühren, als in der Anleitung angegeben.
    – Bei relativ großen Löchern und Fugen füllt die Spachtelmasse die Stelle gut aus.
    – Bei kleinen Löchern geht quasi keine Masse in die Löcher rein, wenn ich die Masse mit der Glättkelle drüber ziehe. Wo ich es rein drücke – durch mehrfaches Drüberfstreichen in allen möglichen Richtungen- , drückt es die Luft (so habe ich den Eindruck), wieder raus.
    – Schließlich habe ich mit dem Finger einzelne Löcher probiert zu füllen, weil mit der Kelle eh nichts drin blieb
    – Nach dieser Prozedur ist schleifen angesagt, mit der Schleifgiraffe
    – Ergebnis: beim Erstanstrich sind eine Vielzahl kleiner Löcher (Durchmesser ca. 1 mm) aufgetraucht, die ich nicht erwischt habe.

    -> Wie bist du mit diesen feinen Löchern umgegangen?
    -> Ich lese auch davon, dass die Leute teilweise Quarzsand in Ihre Farbe mischen, um damit die kleinen Löcher zu überdecken. Ist das eine sinnvolle Möglichkeit?

    VG
    Felix

    • Moin Felix,

      die kleinen Kügelchen, die für Rillen sorgen, sind ziemlich sicher Reste der Spachtelmasse, hatte ich am Anfang auch mal. Ich hatte zu wenig Wasser und die Spachtelmasse nicht ausreichend umgerührt. Oberflächlich sah die Masse super aus, im Inneren waren dann aber noch Reste, die sich nicht komplett aufgelöst hatten. Eine andere Möglichkeit ist, dass Du den Eimer vielleicht nicht komplett sauber gemacht hast? Auch da war ich beim ersten Mal zu faul, was sich direkt gerächt hat 😉

      Die gesamte Fläche haben wir nicht gespachtelt, sondern auch nur die Stellen, die Risse, Fugen, Löcher und Co. hatten. Das hat bei uns – genau wie bei dir – dafür gesorgt, dass man die ganzen Minilöcher nicht erwischt. Die haben wir erst nach dem ersten Anstrich mit weißer Farbe bearbeitet, weil man die kleinen Löcher dann als schwarze Punkte viel besser sieht und einfach nacheinander abarbeiten kann. Wir haben dazu einen kleinen Spachtel aus Kunststoff (-> http://amzn.to/2uTKxXl) genommen, damit hat das sehr gut funktioniert. Und dann ist es einfach Fleißarbeit, die ganzen Löcher abzulaufen.

      Ob das mit dem Quarzsand eine gute Alternative ist, kann ich gar nicht beurteilen. Für uns war das nie eine Option, weil wir eine glatte Decke haben wollten. Und mit Quarzsand erhält man ja doch eher eine Oberfläche, die an eine Raufasertapete erinnert.

      Gruß und weiterhin gutes Gelingen
      Christian

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