Wie den Polizeistatistiken der vergangenen Jahre zu entnehmen ist, sind die Einbruchszahlen in Deutschland über viele Jahre hinweg angestiegen. Die Ermittler haben unzureichend gesicherte Fenster und Türen als Hauptursache ausgemacht. Viele Hausbesitzer haben es Einbrechern schlicht zu leicht gemacht, in ihr Heim einzusteigen. Daher hat man jahrelang dazu geraten, Einbruchschutzmaßnahmen an Fenstern und Türen vorzunehmen. Die Aufrufe haben Wirkung gezeigt und zuletzt konnten sogar rückläufige Fallzahlen beobachtet werden. Doch was macht ein Einbruchschutz Fenster aus?

Sicherungsmaßnahmen für dein Fenster zum Schutz vor Einbrüchen
Die Statistik der Einbrüche geht zurück, da immer mehr für den Einbruchschutz getan wird – ©sdecoret / depositphotos.com

Einbruchschutz Fenster und ihre Sicherungsmaßnahmen

Für die Fenster kommen verschiedenste Sicherungsmaßnahmen in Betracht, angefangen von Sicherheitsbeschlägen bis hin zu speziellen Fenstergriffen. Sie werden je nach Leistungsfähigkeit der Sicherung in verschiedene Widerstandsklassen bzw. Resistance Classes (RC) unterteilt. Daher sollte jedes Einbruchschutz Fenster die Anforderungen an diese Klassen erfüllen können.

Die Resistance Classes im Überblick

Die häufig als Sicherheitsfenster bezeichneten Fenster sind in den Resistance Classes RC1 bis RC6 zu finden. Die genaue Definition der Klassen findet sich in der DIN-Norm EN 1627. Sie beschreibt genau, welche Anforderungen an einbruchhemmende Fenster gestellt werden.

So reicht es bei einem Einbruchschutz Fenster der Klasse RC1N, dass es eine Minute lang körperlicher Gewalt, wie dem Gegentreten oder –springen bzw. dem Hochschieben standhält. Bei der RC2 muss das Fenster insgesamt drei Minuten gegen Öffnungsversuche durch einfache Werkzeuge wie Schraubenzieher, Keil oder Zange gesichert sein. Fünf Minuten muss das Fenster einem Öffnungsversuch mit einem zweiten Werkzeug standhalten, um in die RC3 eingruppiert zu werden.

Säge- und Schlagwerkzeuge dürfen dem Fenster für die RC4 zehn Minuten lang nichts anhaben und in der RC5 muss das Fenster zusätzlich gegen Elektrowerkzeuge mit einem Scheibendurchmesser von 125 Millimetern abgesichert sein – und zwar mindestens 15 Minuten. Für die RC6, also die höchste Sicherheitsklasse, muss das Fenster sogar 20 Minuten „durchhalten“ und die Scheibendurchmesser dürfen bis zu 230 Millimeter betragen.

Im privaten Einsatz sind meist Einbruchschutz Fenster der Klassen RC1N bis RC3. Die höheren Widerstandsklassen sind eher für gewerblich genutzte Objekte in Betracht zu ziehen. Wenn Du mehr über die RC-Klassen wissen möchtest, findest Du auf der Seite https://www.fensterhandel.de/einbruchschutz-fenster/ eine komplette Auflistung der Widerstandsklassen.

Die wichtigsten Bestandteile des Einbruchschutz Fensters

Es gibt viele Dinge, die aus einem einfachen Fenster ein sichereres Fenster machen können. Bewährt haben sich aber vor allen Dingen folgende Punkte:

  • Getriebeanbohrschutz
  • RC-Sicherheitsbeschläge
  • Spezielle Fenstergriffe

Mit dem Getriebeanbohrschutz wird das Anbohren des Fensters von außen verhindert. Bei einigen Fensterherstellern wird dieser schon serienmäßig und ohne Aufpreis angeboten, bei anderen ist er nur optional und mit Mehrkosten verbunden erhältlich.

RC-Sicherheitsbeschläge sind ebenfalls häufig zu finden, je nach Hersteller, sogar als Standard-Variante für alle Fenster. Diese einbruchhemmenden Sicherheitsbeschläge entsprechen den Anforderungen der Prüfung RC1N. Verwendet werden dabei keine einfachen Zapfenverriegelungen, sondern bis zu vier Pilzkopfzapfen. Hinzu kommen Sicherheitsschließstücke. Dadurch können sich beide Bestandteile gegenläufig ineinander verkrallen, was wiederum das Aufhebeln des Fensters erschwert. Das kann Einbrecher bereits abschrecken, denn gelangen sie nicht schnell genug ans Ziel, geben sie ihr Vorhaben oft auf. Zu viel Zeit zu „vergeuden“ erhöht schließlich die Gefahr, bei seinem Einbruchsversuch entdeckt zu werden.

Fenster sollten nie offen stehen, wenn man das eigene Zuhause verlässt
Fenster sollten nie offen stehen, wenn man das eigene Zuhause verlässt – ©sdecoret / depositphotos.com

Spezielle Fenstergriffe können den Einbruchschutz am Fenster zusätzlich verbessern. Hier kommen vor allem folgende Varianten zum Einsatz:

  • Abschließbare Fenstergriffe
  • Fenstergriffe mit Druckknopf
  • Drehsperre

Alle sollen dabei helfen, das Öffnen des Fensters zu erschweren, wenn es gekippt ist. Allerdings müssen dafür die Fenstergriffe bzw. die Drehsperren auch tatsächlich abgeschlossen werden und der Schlüssel darf nicht stecken. Darüber hinaus empfiehlt die Polizei grundsätzlich, die Fenster nicht gekippt zu lassen, wenn man das Haus verlässt!

Diese Form der Einbruchsicherung kann übrigens nicht nur Einbrecher abhalten. Sie kann auch als sinnvolle Kindersicherung genutzt werden, wenn Kleinkinder mit im Haus leben. Sie spielen zu gerne am Fenster und das kann in den oberen Stockwerken schnell zur Gefahr werden. Auch die Terrassen- oder Balkontür lässt sich durch abschließbare Griffoliven sichern. So kann der Nachwuchs nicht unbeaufsichtigt nach draußen gelangen.

Weitere Möglichkeiten für ein sicheres Fenster

Darüber hinaus gibt es noch weitere Verbesserungen, um das Fenster noch sicherer zu machen. So lassen sich Fenstergriffe und Sicherheitsbeschläge beispielsweise in die einzelnen Sicherheitsklassen unterteilen. Hinzu kommt die Möglichkeit, voll verklebte Glasleisten zu wählen. Damit wird ein weiterer Ansatzpunkt für den Einbrecher vermieden.

Spezielles Sicherheitsglas kann das Fenster ebenfalls sicherer machen. Es lässt sich nicht so einfach einschlagen, da zwischen den Einzelscheiben eine hochelastische und reißfeste Folie sitzt. So kann vielleicht die äußere Scheibe noch zerstört werden, aber ein einfaches Greifen nach innen, um das Fenster zu öffnen, ist durch die Folie nicht möglich.

Allerdings nutzen die wenigsten Einbrecher die Möglichkeit, ein Fenster einzuschlagen, da dies stets mit einem gewissen Lärm verbunden ist. Und so steigt natürlich die Gefahr, entdeckt zu werden, weshalb die wenigsten Einbrecher dieses Risiko eingehen. Sinnvoll ist ein solches Glas daher vor allem in einer entsprechend gefährdeten Wohngegend.

Einbruchschutz individuell gestalten

Obwohl es viele Standards für den Einbruchschutz bei Fenstern gibt, sollte man diese immer dem eigenen Bedarf anpassen. Schließlich sind Wohngegenden unterschiedlich stark gefährdet, es spielt eine Rolle ob Kinder mit im Haus leben und nicht zuletzt entscheidet auch das Budget darüber, wie viele Maßnahmen tatsächlich umgesetzt werden können.

Es gibt einige Maßnahmen, mit denen Du deine Fenster vor Einbruch schützen kannst

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