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Loch in die Wand bohren – In 7 Schritten zum perfekten Bohrloch

Loch in die Wand bohren - Hier finden Anfänger sechs Tipps, wie man vorgehen kann, um Löcher in die Wand zu bohren

Für ein Loch in der Wand einen Handwerker bestellen? Unnötig! Denn mit ein paar Tricks gelingt jedem das perfekte Bohrloch. Ob erfahrener Handwerker, völliger Laie oder Neueinsteiger. Wer besonders auf die richtige Handhabung der Bohrmaschine und die korrekte Auswahl der Dübel achtet, ist schon fast angekommen beim perfekten Bohrloch.

7 Schritte, um ein Loch in die Wand zu bohren

Vorab: Häufig ist eine Schlagbohrmaschine am besten geeignet, um mit dem richtigen Bohreraufsatz in Stein, Beton, Holz oder Metall zu bohren. Je nach dem, was genau Du vorhast, kann auch ein Akkuschrauber ausreichend sein.

Nachfolgend findest Du Tipps, wie Du am besten vorgehst, um Löcher in die Wand zu bohren.

Strom und Wasserleitungen ausfindig machen

Wenn Du nicht zufällig auch derjenige bist, der die Wand aufgestellt hat oder weißt, wo die Leitungen verlaufen, dann sollte der wichtigste Schritt zur Vorbereitung das Aufspüren von Leitungen, Kabeln und Rohren sein. Ein Kabelsuchgerät findet Strom- und Spannungsleitungen, auch wenn sie derzeit ruhen. Besser ist noch ein Leitungssucher geeignet, der alles aufspürt, was aus Metall ist. Dazu gehören auch Kabel, Gasleitungen und Wasserrohre. Im Handel sind die Geräte auch unter der Bezeichnung digitales Ortungsgerät erhältlich.

Beschaffenheit der Wand ermitteln

Welche Beschaffenheit die Wand hast, ist mindestens genauso wichtig. Denn für die Auswahl der richtigen Dübel und des passenden Bohreraufsatzes ist es unerlässlich, das Material der Wand zu kennen.

Eine Probebohrung kann helfen, wenn sich Unsicherheiten ergeben, hierfür einfach mit einem 6 mm Steinbohrer ohne Schlag ein kleines Loch bohren. Die Farbe des sogennanten Bohrmehls (das ist der „Staub“, der beim Bohren entsteht) gibt Auskunft über das Material der Wand:

  • Rot und wechselnder Wiederstand bedeutet massive Ziegel
  • Rot und ein gleichmäßiger Widerstand sprechen für Hohlziegel
  • Weißes Bohrmehl ohne Widerstand zeigt Gasbeton- bzw. Ytongsteine an
  • Ist das Bohrmehl weiß und zeigt sich ein starker Widerstand, dann ist Kalksandstein verbaut worden
  • Graues Bohrmehl und starker Widerstand zeigen Beton an
  • Graues Bohrmehl aber ein sehr leichter Widerstand bedeutet Gipskarton

Je nach Material kannst Du nun den richtigen Bohraufsatz verwenden.

Bohrlochgröße und -tiefe ermitteln

Das Bohrloch sollte grundsätzlich den selben Durchmesser haben, wie der Dübel. Nur bei Gips gibt es eine Ausnahme: Wähle zunächst einen etwas kleineren Bohrer, da der weiche Werkstoff schnell beim Bohren ausreißt und größer wird, als er eigentlich geplant war.

Die Bohrlochtiefe gibt die Länge des Dübels plus 10 Millimeter an.

Die Auswahl der richtigen Schrauben und Dübel ist wichtig, damit das Montieren deiner Gegenstände an der Wand erfolgreich ist

Dübel und Schraube für das Loch in der Wand auswählen

Der Kauf der Dübel wird schnell zum Albtraum. Bist Du trotz der Angaben auf der Verpackung unsicher, für welches Material die jeweiligen Dübel geeignet sind, dann wende dich an am Besten an das Fachpersonal. Grundsätzlich kann man folgendes sagen:

  • Ist ein Hohlraum vorhanden, zum Beispiel bei Hohlziegeln, dann muss ein sogenannter Hohlraumdübel verwendet werden. Er klappt auseinander und greift wie ein Anker von hinten an das Hindernis. Hohlraumdübel werden vor allem für Gips- und Spanplatten verwendet und halten wuchtige Holzregale, mittelschwere Bauteile und Metallkonstruktionen fest.
  • Schuppendübel werden auch als Allzweckdübel bezeichnet und sind aus weißem oder grauem Kunststoff im Handel erhältlich. Sie können in Beton, Backstein, Gipswänden oder Ytong befestigt werden.
  • Spreizdübel haben kleine Stifte, die sich beim Hineindrehen aufrichten und so das Herausrutschen des Dübels verhindern. Sie eignen sich für solide Verankerungen in Beton und Vollsteinen.
  • Federklappdübel sind mit Haken im Handel verfügbar und sind eine spezielle Form des Hohlraumdübels. Schwergewichte, aber auch hängende Blumentöpfe und ganze Waschbecken können mit ihm montiert werden, sofern die Wand die Traglast unterstützt.

Die richtige Position für das Loch in der Wand

Du solltest mit einer Wasserwaage die exakte Position für das Bohrloch fixieren und mit einem Bleistift anzeichnen. Wenn Du zum Beispiel für ein Regal oder einen Schrank zwei Löcher in die Wand bohren musst, achte darauf, dass die Wasserwaage über ein eingezeichnetes Lineal verfügt. Damit kannst Du direkt zwei Löcher auf identischer Höhe mit dem richtigen Abstand zueinander einzeichnen.

Wenn man zwei oder mehr Löcher in die Wand bohren möchte, kann eine Wasserwaage mit integriertem Lineal der perfekte Helfer sein

Ansetzen der Bohrmaschine, um in die Wand zu bohren

Die Bohrmaschine solltest Du auf Brusthöhe halten und senkrecht zur Wand aufsetzen, damit Du gerade in die Wand bohrst und das Loch nicht schräg nach oben oder unten verläuft. Für den Anfang ist es besser, erstmal ohne Schlag zu arbeiten, wenn es die Wand zulässt. Bei kleinen Durchmessern wähle dafür einen geringen Gang. Nur bei großen Bohrlöchern und zum Eindrehen der Schrauben verwendet man den höheren, langsameren Gang der Bohrmaschine. Fühlst Du dich nach einer Weile sicher im Umgang mit der Bohrmaschine oder benötigst für die Wand mehr Kraft, kannst Du den Schlag dazuschalten.

Während des Bohrens kannst Du den Bohrer vor Überhitzung schützen, in dem Du ihn immer wieder ein Stück weit aus dem Bohrloch ziehst. Dabei kommt kühlende Luft an das Gewinde und das Bohrmehl wird effektiv „abtransportiert“. Diese Maßnahme ist vor allem bei tiefen Bohrlöchern in festen Materialen wie Stahl ratsam.

Möchtest Du nur ein kleines Loch bohren und die Wand ist aus weichem Material, dann ist auch ein Akkuschrauber geeignet, ich selber habe zum Beispiel einen von Bosch, der super ist!

Ein Tipp um übermäßigen Schmutz zu vermeiden
Beim Bohren entsteht logischerweise jede Menge Schmutz und das Bohrmehl macht sich (mindestens) unterhalb des Loches breit. Um zu vermeiden, dass der Staub in der gesamten Wohnung breit macht, kann man direkt einen Staubsauger verwenden. Eine zweite Person hält das Rohr einfach 1-2 cm unterhalb vom Bohrer, wodurch der gesamte Staub direkt in den Staubsauger gelangt und Du hinterher kaum noch Reinigungsarbeit hast.

Dübel in die Wand einsetzen

Ist das Bohrloch fertig, wird der Dübel hineingedrückt und die passende Schraube oder Verankerung eingedreht. Das Loch in der Wand ist fertig und der Gegenstand kann auf- oder eingehangen werden.

Zum Schluss noch ein paar Tipps für deine Sicherheit:

  • Tragen eine Schutzbrille und bei langen Haaren ein Haargummi oder Haarnetz
  • Du solltest das noch rotierende Futter der Bohrmaschine nicht mit den Händen stoppen
  • Bei lauten Arbeiten oder mehreren Bohrlöchern solltest Du über einen Gehörschutz nachdenken
  • Späne können zu Schnittverletzungen an den Händen führen. Entferne sie mit einem Pinsel und sauge danach gründlich den Boden ab

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Wir – ein junges Paar Anfang 30 aus Hamburg – hatten die Idee von der überteuerten Mietwohnung in Hamburg auf Eigentum umzusteigen. Auf unserem Blog schreiben wir seit dem über unsere Erfahrungen mit dem Hausbau und dem Leben im Einfamilienhaus mit Garten. Ich bin dabei eher für organisatorische Dinge und das "Grobe" verantwortlich, sowohl im Haus, als auch im Garten.

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