Ein Kaminofen ist eine attraktive Anschaffung. Das angenehme Raumklima, das durch die Strahlungswärme erzielt wird, sowie das von lodernden Flammen erzeugte Ambiente bereichern das Wohnen in jeglicher Hinsicht. Einer der zentralen Voraussetzungen für eine gelungene Nutzung ist die leistungsabhängige Auswahl des Ofens. Aber auch bei der aktiven Verwendung gilt es einiges zu beachten, um die Leistungsfähigkeit des Wärmespenders dauerhaft zu gewährleisten.

Ein Kamin sorgt nicht nur für Wärme, sondern auch für ein tolles Ambiente am Abend auf der CouchDieser Beitrag fasst zusammen, wie viel Kilowatt sinnvoll sind und enthält Tipps, um Kaminöfen korrekt zu betreiben.

Gesetze, Vorschriften und mehr

Um einen Kaminofen betreiben zu dürfen, ist das Einhalten des Bundes-Immissionsschutzgesetzes (BImSchG) ein Muss. Das Gesetz regelt den Ausstoß von Feinstaub sowie Abgase bei Kaminöfen. Welche Emissionen ausgestoßen werden dürfen und wie viel, ist der 1. Bundesimmissionsschutzverordnung (BImSchV) zu entnehmen. Bei der letzten Novellierung legte der Gesetzgeber zwei Grenzwertstufen fest. Die Zweite trat 2015 in Kraft. Vorsicht geboten, ist bei Importöfen: Werden die europäischen Normen nicht erfüllt, dürfen derartige Produkte innerhalb der Europäischen Union nicht betrieben werden.

Tipp: Mit einer Querschnittsberechnung laut DIN EN 13384 wird bescheinigt, dass die Kaminofen-Abgase sicher nach draußen abgeführt werden. Dank der Berechnung lässt sich außerdem klären, ob Schornstein und Kaminofen harmonieren und die Anlage optimale Ergebnisse liefert. Das beugt teuren Fehlplanungen vor. Neben dem Bezirksschornsteinfeger führen einige Ofenhändler diese Querschnittsberechnungen durch. Dies ist sogar über Onlineshops möglich, welche diese Dienstleistung häufig mit den Anschaffungskosten verrechnen, wodurch der Service dann kostenfrei ist. Einer dieser Shops ist z.B. die Ofenseite.

Die Inbetriebnahme eines Kaminofens ist erst dann erlaubt, wenn ein Schornsteinfeger die ordnungsgemäße Aufstellung und Installation geprüft und mittels Feuerstättenbescheid bestätigt hat. Welche gesetzlichen Regelungen außerdem Voraussetzung und hinsichtlich des Schornsteins verbindlich sind, haben wir in einem separaten Beitrag über Kamin-Anforderungen erläutert.

Heizenergie in Kilowatt (kW) bedarfsgerecht ermitteln

Die Gesamtheizleistung eines Kaminofens, also die maximal freizusetzende Heizenergie, wird vorwiegend in Kilowatt (kW) angegeben. Sie ist eines der wichtigsten Kaufkriterien. Ein effizienter Umgang mit Brennmaterial ist schließlich nur dann gegeben, wenn die Leistung zu den räumlichen Gegebenheiten passt. Ist ein Kaminofen überdimensioniert, überhitzen Räume schnell und müssen gelüftet werden. Unnötige Ressourcenverschwendung wäre die Folge. Ist der Ofen hingegen zu schwach, mangelt es an Wärme. Es ist somit ratsam den individuellen Bedarf an Leistung möglichst exakt zu bestimmen.

Wer einen Ofen betreiben möchte, muss einige Regeln einhaltenAls grobe Orientierung gilt: Pro Quadratmeter rund 0,1 kW. Diese Faustregel wird für Räume mit einer Höhe zwischen 250 und 300 Zentimeter und Gebäuden mit mäßiger Isolierung angewandt. Soll ein Zimmer mit 40 Quadratmeter beheizt werden, wäre somit ein Kaminofen mit etwa 4 kW sinnvoll. Allerdings darf diese Berechnung lediglich als Richtlinie betrachtet werden. Einflussfaktoren wie Schornsteinzugleistung, räumliche Bedingungen und Brennmaterialqualität sind hier nicht einkalkuliert. Auch die Fensteranzahl und die Lage innerhalb des Gebäudes spielen eine Rolle. Nicht zu vergessen der individuelle Wärmebedarf.  Moderne Niedrigenergie- und Passivhäuser sind gegenüber älteren Gebäuden deutlich im Vorteil und erfordern weniger Leistung. Zum Vergleich: Vor 1977 gebaute Häuser (ohne Wärmeschutzstandard) erfordern bei 250 Zentimeter Raumhöhe Kaminöfen mit etwa einem Kilowatt pro sechs bis acht Quadratmeter. Beim Passiv- beziehungsweise Niedrigenergiestandard genügt ein Kilowatt für bis zu 20 Quadratmeter.

Tipps für einen korrekten Betrieb

Wie wirksam ein Kaminofen Räume heizt, zeigt der Blick auf den Wirkungsgrad. Dieser gibt prozentual an, wie viel Verbrennungsenergie an den Innenraum abgegeben wird. Bei einem Wirkungsgrad von 78 Prozent landen beispielsweise 78 Prozent der erzeugten Energie im Wohnraum. 22 Prozent entweichen hingegen über den Schornstein. Umso höher der Wirkungsgrad, desto besser hinsichtlich der Effizienz. Neben dem Ofen hat jedoch der Nutzer Einfluss darauf, wie effizient die Anlage arbeitet. Folgende Tipps helfen das beste Ergebnis zu erzielen:

  • Grundsätzlich sollte ausschließlich vom Hersteller des Kaminofens empfohlener Brennstoff zum Einsatz kommen.
  • Das Überfüllen der Brennkammer ist zu meiden, egal welches Brennmaterial verwendet wird. Nur wenn ausreichend Zwischenräume vorhanden sind, verbrennt das Material vollständig.
  • Der Ofen sollte regelmäßig und ordnungsgemäß gereinigt Hinweise dazu, sind der Bedienungsanleitung zu entnehmen. Um einen höheren Wirkungsgrad und ein schönes Flammenbild zu erzielen, ist die Anlage während einer Heizperiode mindestens zweimal zu säubern.

Beim Feuern mit Holzscheiten sollten diese eine Restfeuchte von weniger als 20 Prozent aufweisen. Ansonsten ist die Anheizphase zu lang und der Energieverlust hoch. Zudem bildet sich Ruß, was Schäden an Brennkammer, Schornstein und Kaminscheibe verursachen kann. Beim Anheizen ist die Methode von oben ratsam: Hierbei werden kleine Stücke Anzündholz kreuzförmig über etwa drei größere Holzscheite gelegt. Den Kaminanzünder im Anzündholz platzieren und anzünden! Das Feuer sucht sich anschließend langsam den Weg nach unten.

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