Holzfassade - eine nachhaltige Art der FassadengestaltungOb traditionelle Bauweise oder moderner Stil, eine Holzfassade bietet immer eine passende, individuelle und umweltfreundliche Lösung für jeden Hausbesitzer. Ihre natürliche Optik ist zeitlos und erfreut sich derzeit immer stärkerer Beliebtheit.

In diesem Artikel erfährst du mehr über die Vielfalt des Materials Holz beim Fassadenbau, über die Vor-und Nachteile und die Kosten für eine Holzfassade.

Wie verbreitet ist das Haus mit Holzfassade? In welchen Regionen findet man es?

Traditionell kennt man Holzfassaden aus dem Skandinavienurlaub, aber auch im Allgäu und allen waldreichen, mitteleuropäischen Regionen, ist die Holzfassade eine traditionelle Hausverkleidung.

Ob Bauhausstil oder Landhausoptik- Holzfassaden sind extrem vielfältig und bieten unzählige Gestaltungsmöglichkeiten. Sie bieten für jeden Geschmack das Richtige, egal ob sachlich und geradlinig oder verspielt und mit Mustern verziert. Auch wer es farbenfroh mag, wird nicht enttäuscht, denn auch auf kräftige Farben muss keineswegs verzichtet werden. Sie eignen sich zudem für jeden Haustyp, ob Holz- oder Steinhaus.

Grundsätzlich unterscheidet man zwischen waagerechten oder senkrechten Profilen, Verschindelung oder flächigen Fassaden. Die gängigsten Holzmontagevarianten sind die Boden-Deckel-Montage, die Nut- und Feder-Montage, die Stülpschaltung und die Lamellenoptik. Als Holzarten eigenen sich besonders die witterungsbeständige Lärche und die Douglasie. Aber auch Fichte, natürlich oder thermisch modifiziert und Kiefer sind heimische Hölzer, die beim Fassadenbau zum Einsatz kommen.

Was sind die Vorteile von Holzfassaden?

Eine Holzfassade bietet einige Vorteile gegenüber gängigen Verkleidungsvarianten. Holz ist ein nachwachsender Rohstoff und damit als Baustoff natürlich und ökologisch. Die Holzfassade eignet sich als Verkleidung für jeden Haustyp, wobei Teilbereiche oder das ganze Haus verkleidet werden können.

Lärche und Fichte eignen sich gut als Holz für die eigene FassadeDer natürliche Rohstoff sorgt für ein angenehmes Raumklima, schützt die tragende Konstruktion und kann, mithilfe der richtigen Dämmung, zur Reduzierung der Energiekosten beitragen. Bei richtiger Pflege ist eine Holzfassade sehr langlebig und robust. Lärche und Fichte eigenen sich besonders, um auch unbehandelt der Witterung über Jahrzehnte hinweg zu trotzen. Bei behandelten Varianten muss gegebenenfalls eine turnusmäßige Nachbehandlung mit dem entsprechenden Lack oder Öl erfolgen.

Auch die Vielfalt in der Aufmachung ist ein weiterer Vorteil. Dem individuellen Geschmack sind hier keine Grenzen gesetzt und ein Haus mit einer Holzfassade wird sich stets optisch von einem Steinhaus abheben und seinen einzigartigen Charakter auf den ersten Blick präsentieren. Ob vertikale oder senkrechte Profile, im Naturlook oder in Farbe, Holzfassaden setzen lebendige, visuelle Akzente und verleihen dem Eigenheim einen besonderen Charme.

Wie in der Mode gilt auch hier: Ein vertikaler Verlauf, („Längsstreifen“) lässt ein Haus schlanker und kompakter wirken, wohingegen ein horizontaler Verlauf das Haus optisch verbreitert.

Nachteile der Holzfassade

Neben allen Vorzügen muss aber auch darauf hingewiesen werden, dass eine Holzfassade arbeitsintensiver gegenüber einer Putz- oder Steinfassade ist. Holz ist ein organisches Material. Es wird sich über die Jahre farblich verändern. Besonders an Stellen, die stark der Witterung ausgesetzt sind, wird unbehandeltes Holz vorzeitig ergrauen. Lackiertes oder lasiertes Holz trotzt der Witterung länger, ist aber durch notwendige Nachbesserungen und Erneuerungen, (je nach Holz- und Lackart, alle 5-8 Jahre) arbeitsaufwendiger als unbehandeltes Holz.

Ein weiterer Nachteil sind die Kosten. Eine reine Holzfassade ist kostenintensiver als eine Fassade mit herkömmlichen Materialien.

Fassade dämmen – Wie dämmt man unter einer Holzfassade?

Die richtige Dämmung bei einem Haus mit Holzfassade ist hingegen problemlos. Hinter einer Holzfassade können verschiedene Arten von Wärmedämmungen zum Einsatz kommen. Der Unterschied zu einer klassischen Fassadendämmung liegt bei einer Vorhangfassade aus Holz letztendlich nur in der Verkleidung der Dämmstoffe.

Bei der Wahl des Dämmstoffes sind kaum Grenzen gesetzt. Mineralwolle, Holzfaser und Zellulose können hier, je nach Budget, Verwendung finden. Wer einen besonderen Wert auf den Einsatz natürlicher Materialien legt, kann auch auf Hanffaser oder Naturwolle zurückgreifen. Wichtig ist bei jeder Art von Dämmmaterial, dass die Luftzirkulation hinter der Fassade nicht beeinträchtigt wird und keine Wärmebrücken entstehen. Dadurch wird Schimmelbildung verhindert und der Befall durch Schädlinge vermieden.

Grundlegend für eine lange Lebensdauer ist der konstruktive Holzschutz und eine fachgerechte Verarbeitung und Montage des Materials. Wasser ist der natürliche Feind von Holz. Daher ist unbedingt darauf zu achten, dass Regen und Spritzwasser optimal abfließen und das Holz zügig Abtrocknen kann. Durch große Dachüberstände und eine funktionierende „Hinterlüftung“ (eine vertikale Luftbewegung hinter der Fassade), sowie der Optimierung des Wasserabflusses durch Tropfkanten, kann die Lebensdauer von Holzfassaden mehrere Jahrzehnte betragen.

Baumstämme als Holzfassade geben dem Haus das ganz gewisse Extra im AussehenDer Abstand der Fassade zur tragenden Konstruktion des Hauses sollte hierbei 20 Millimeter nicht unterschreiten und entsprechend dimensioniert sein, um Staunässe zu verhindern und die Feuchtebelastung zu minimieren. Auch ein effektiver Spritzwasserschutz in Form eines ca. 30 Zentimeter hohen Sockels trägt zum Schutz vor Verwitterung bei.

Holz verfügt über eine geringe Wärmeleitfähigkeit und eignet sich daher gut, um die Wärmedämmung eines Hauses zu optimieren. So können nicht nur die Heizkosten gesenkt werden, es kann sogar mittels einer hochgedämmten Gebäudehülle leicht der Passivhausstandard erreicht werden.

Wie hoch sind die Kosten einer Holzfassade?

Die Kosten für eine Holzfassade sind sehr individuell. Je nach Holzart und Ausführung der Fassade können die Kosten zwischen 50- und 200 Euro pro m² schwanken. Der Preis variiert auch abhängig davon, ob gleichzeitig eine Fassadendämmung notwendig ist.

Zu den reinen Materialkosten kommen noch die Kosten für das Leihen eines Baugerüstes, die notwendigen Werkzeuge, bzw. die Kosten für die Montage durch eine Fachfirma und andere Nebenkosten für Kleinigkeiten, sodass die Kosten pro m² noch steigen können.

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