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Fassadengestaltung – Möglichkeiten, Ideen, Pflege und Instandsetzung

Fassadengestaltung Einfamilienhaus mit Putz und Farbe während der Bauphase

Die Fassade schützt ein Haus nicht nur vor Wind und Wetter. Sie trägt auch maßgeblich zur Optik eines Hauses bei. Ob schlicht und unauffällig, oder als Blickfang – die Möglichkeiten der Fassadengestaltung sind vielfältig.

Welche Funktion hat die Hausfassade?

Eine Hausfassade dient nicht nur der Optik. Seit jeher wird mit der Außenhülle das Gebäude vor der Witterung geschützt. Ob Schnee, Regen, Wind, Sonne – all dem muss die Fassade trotzen. Da in den vergangenen Jahren Extremwettersituationen immer häufiger wurden, rückt nun auch die Fassadengestaltung mehr und mehr in den Vordergrund. Schließlich muss das gewählte Material sämtlichen Witterungseinflüssen standhalten.

Ebenfalls ein wichtiger Punkt ist die Wärmedämmung. Mit einer durchdachten Fassadengestaltung kann ein Altbau sogar teilweise energetisch saniert werden. Außerdem schützt eine gut gewählte Verkleidung vor Schall und Lärm von außen.

Denn immer mehr Menschen empfinden den täglichen Autolärm, Motorenlärm der diversen Gartengeräte oder generell das laute Verhalten mancher Nachbarn als Belästigung. Daher wird gerade bei Neubauten viel Wert auf einen angemessenen Schall- und Lärmschutz gelegt.

Da sich vor allem der Straßenlärm in den wenigsten Fällen abschalten lässt, werden vermehrt moderne Fassadengestaltungen zur akustischen Abschirmung gesucht. Mittlerweile weiß man, dass vorgehängte, hinterlüftete Fassaden mit einer entsprechenden Wärmedämmung die beste schallschluckende Wirkung erzielen. Je dicker das Dämmmaterial, desto deutlicher sind die Ergebnisse.

Natürlich prägt die Fassadenverkleidung auch den Charakter eines Hauses. Schließlich ist sie für alle Welt gut sichtbar. Wegen der zahlreichen unterschiedlichen Materialien, Farben und Formen kann heutzutage jeder sein Haus ganz individuell gestalten. Ob eine moderne Fassadenverkleidung aus Aluminium, Holz, oder doch nur eine Putzfassade – alles wäre möglich. Mit einer geschickt eingesetzten Verkleidung lassen sich sogar feine Details besonders betonen. Und wegen der großen Farbvielfalt der angebotenen Produkte können diverse optische Highlights gesetzt werden.

Aber Achtung: Bei der Fassadengestaltung hat unter Umständen auch die Gemeinde- oder Stadtverwaltung ein Wörtchen mitzureden. So sollten vor dem Anbringen einer extravaganten Putzfassade immer erst die gesetzlichen Vorgaben überprüft werden. Denn möglicherweise gibt es Farbeinschränkungen durch eine Gestaltungssatzung der Verwaltung.

Fassadengestaltung Farbe und Klinker mit einem Dach, das noch mal ein optisches Highlight darstellt

Welche Möglichkeiten zur Fassadengestaltung gibt es?

Egal ob es um die Fassadengestaltung eines Einfamilienhauses oder um die eines Altbaus geht: Die Möglichkeiten sind enorm. Dabei ist die Materialwahl größtenteils eine reine Geschmackssache. Andererseits sollten aber auch die verschiedenen Vor- und Nachteile der unterschiedlichen Materialien berücksichtigt werden. Die beliebtesten Materialien der Fassadengestaltung sind:

  • Putz
  • Holz
  • Metall und Blech (z. B. Aluminium, Zink, Kupfer, Titanzink)
  • Sichtmauerwerk
  • Schiefer
  • Faserzementplatten
  • Glas

Während Glas und Metall eher an modernen Bürogebäuden verbaut werden, sind es im privaten Bereich eher die Putzfassaden, Holzverkleidungen oder das Sichtmauerwerk. Beliebt sind zurzeit auch farbliche Fassadengestaltungen mit Streifen. Damit kann das ein oder andere Gebäude gekonnt in Szene gesetzt werden. So wirkt ein Flachbau mit Vertikalstreifen sofort höher und imposanter.

Die Putzfassade

Die Fassadengestaltung mit Putz ist die günstigste Möglichkeit, die Außenwand eines Hauses zu gestalten. Die Kosten liegen bei Standard-Putzsystemen zwischen 3 bis 5 € pro m². Bei hochwertigeren Putzsystemen mit speziellen Eigenschaften kann es etwas teurer sein. Dazu kommen die Kosten für alle sonst noch benötigten Materialien, wie etwa Putzschienen.

Doch nicht nur wegen der Anschaffungskosten, auch bezüglich des Pflegeaufwands ist eine Putzfassade optimal. Deswegen ist hierzulande Putz als Fassadenmaterial so beliebt. Denn selbst damit kann die Hauswand individuell gestaltet werden. Ob glatt verputzt, Strukturputz, weiß oder farbig – es gibt fast nichts, was nicht möglich ist.

Dabei wird der Außenputz direkt auf das Mauerwerk aufgetragen. Unterschieden wird dabei zwischen Mineralputz und Kunstharzputz. In diese werden jeweils die Farbpigmente der gewünschten Putzfarbe gemischt.

Da die Putzfassade direkt auf dem darunter liegenden Gemäuer angebracht ist, sollten die unterschiedlichen Eigenschaften der Materialien berücksichtigt werden.

So ist Mineralputz wegen seiner alkalischen Wirkung weniger anfällig für Schimmelbefall und Algenbildung. Hergestellt wird der mineralische Putz für die Fassadengestaltung aus Sand und mineralischen Bindemitteln. Diese können Zement, Gips oder Kalk sein.

Auch Kunstharzputz besteht aus Kalk und Zement. Das Bindemittel ist hier jedoch ein Kunstharz. Dadurch wird der Putz elastischer und reißt bei Temperaturveränderungen weniger leicht auf.

Gerade im Rahmen einer energetischen Sanierung ist diese Art der Fassadengestaltung optimal. Denn Putze sind eine optimale Schlussbeschichtung für ein Wärmedämmverbundsystem.

Mit optischen Holzrahmen kann man der Fassade von außen noch mal ein richtiges Highlight verpassen

Das Sichtmauerwerk

Eine weitere Möglichkeit der Fassadengestaltung ist das sogenannte Sichtmauerwerk. Diese Form der Fassadengestaltung ist aber deutlich teurer als die einfache Putzfassade. Für ein Sichtmauerwerk mit Ziegel und Kalksandstein fallen, je nach Mauerstärke, zwischen 40 und 90 € pro m² an. Naturstein ist deutlich teurer – hier sind Kosten zwischen 200 und 300 € pro m² nichts Ungewöhnliches.

Das Sichtmauerwerk wird mit etwas Abstand vor die eigentliche Hauswand montiert. Mittels Stahlanker wird es dann mit dieser verbunden. Der Hohlraum wird mit Dämmmaterial gefüllt. Je nach Material muss auf eine entsprechende Hinterlüftung geachtet werden. Wichtig bei dieser Art der Fassadengestaltung ist ein massives Fundament für die Vormauerung. Und obwohl diese Art der Fassadenverkleidung mit die zeitaufwendigste ist, ist sie dafür unverwüstlich und fast wartungsfrei.

Für die Fassadengestaltung via Sichtmauerwerk gibt es frostbeständige Vormauerziegel oder helle Kalksandsteine. Zudem gibt es glatte oder raue Oberflächen. Eine moderne Fassadengestaltung wird mit Beton-Fassadensteinen in hellem Grau vermittelt.

Die Schieferfassade

Schiefer eignet sich nicht nur für die Dacheindeckung. Auch die Hausfassade kann damit verkleidet werden. Dafür werden die Schieferplatten als vorgehängte Fassade auf einer Unterkonstruktion am Haus montiert. Schieferfassaden sind sehr robust, langlebig und wegen ihrer dunklen Optik einzigartig. Schiefer ist eher günstig. Durchschnittlich kostet eine gedämmte Schieferfassade von 100 m² zwischen 14.000 bis 16.000 €.

Die Klinkerfassade

Klinkerfassaden sind aus reinem Ton gebrannt und damit absolut witterungsbeständig. Wegen der langen Lebensdauer sind Klinkerfassaden sehr beliebt. Lediglich die Fugen müssen hier und da einmal ausgebessert werden. Verunreinigungen durch Moose und Flechten oder Algen lassen sich mit einem Hochdruckreiniger mühelos wieder entfernen. Selbst Salzausblühungen sind bei dieser Form der Fassadengestaltung kein Problem. Klinkerfassaden bei Neubauten kosten 150 €/m² und mehr. Eine nachträgliche Fassadengestaltung mit Klinker liegt bei 140 bis 180 € pro Quadratmeter.

Die unterschiedlichen Fassadensysteme

Am schwierigsten bei der Fassadengestaltung ist das vorgehängte Fassadensystem. Grundsätzlich wird zwischen

  • Putzfassade,
  • vorgehängter Fassade und
  • Sichtmauerwerk

unterschieden. Die vorgehängte Fassade ist, anders als die Putzfassade, nicht direkt auf das Mauerwerk aufgebracht. Sie muss auf einer Unterkonstruktion aus imprägniertem Holz oder Metall montiert werden. Wegen der zahlreichen Kombinationsmöglichkeiten der Verkleidungsmaterialien werden Vorhangfassaden bei der Fassadengestaltung eines Einfamilienhauses immer beliebter – besonders in Verbindung mit einer Wärmedämmung.

Generell besteht eine Vorhangfassade aus mehreren Schichten:

  1. An der Hauswand werden horizontale Kanthölzer befestigt.
  2. Die Zwischenräume werden mit Dämmmaterial gefüllt.
  3. Danach werden auf die horizontalen Hölzer vertikale Konterlatten genagelt.
  4. An die Konterlattung wird die eigentliche Fassade “angehängt”.

Die Luftschicht zwischen den senkrechten Latten ist der Verdunstungsraum für Feuchtigkeit. Dafür bleibt die Fassade am oberen und unteren Rand offen. Ein Lochgitter verhindert das Eindringen von Insekten.

Die gängigste Verkleidung ist nach wie vor Holz. Daneben gibt es noch Schiefer, keramische Platten, Stapelsteine aus Beton oder Kunststoff-Elemente.

Fassadengestaltung modern - In dieser Simluation treffen Holz und Putz aufeinander

Moderne Fassadengestaltung mit Holz

Neben der klassischen Putzfassade werden auch Holzfassaden wieder beliebter. Dabei kann das ganze Haus oder nur ein Teil mit Holz ummantelt werden. In der Regel wird sägeraues Holz verbaut, damit die Außenfassade lange Zeit gut aussieht. Dennoch ist der Pflegeaufwand hier höher als bei einer Putzfassade. Nicht nur, dass das Holz immer wieder neu imprägniert werden muss. Hin und wieder müssen auch beschädigte Latten ausgetauscht werden. Bei der Fassadengestaltung mit Holz gibt es unterschiedliche Möglichkeiten:

  • Durchgehende Lamellenschalung
  • Versetzte Lamellenschalung
  • Stülpschalung

Bei der durchgehenden Lamellenschalung werden rautenförmige, horizontal angeordnete Schalungsbretter verwendet. Im Gegensatz dazu besteht die versetzte Lamellenschalung aus unterschiedlich horizontal angeordneten Holzbrettern. Zwischen den einzelnen Brettern ist jeweils ein geringer Abstand. So besitzen die Lamellen unterschiedlichen Breiten und die Hauswand wirkt lebendiger.

Bei der Stülpschalung werden die Bretter vor allem in den Fenstereinfassungen horizontal und senkrecht montiert. Es gibt auch die Möglichkeit, Nut- und Federbretter zu verbauen.

Auch bei dieser Art der Fassadengestaltung gibt es unzählige Farben. Neben einfachen Lasuren, die die Holzmaserung hervorheben, gibt es deckende Wetterschutzfarben in kräftigen und auch bunten Tönen.

Brandschutz bei der Fassadengestaltung mit Holz

Laut der Musterbauordnung (MBO) sollte eine Außenwandverkleidung bei der Gebäudeklasse 4 zumindest schwerentflammbar sein. Für Holzfassaden, die in die Klasse D-s2.d0 („normal entflammbar“, Rauchentwicklungsklasse 2, nicht brennend abtropfend) eingeordnet sind, bedeutet dies, dass zusätzliche bauliche Maßnahmen erforderlich sind, damit sich im Fall der Fälle ein Brand nicht ausbreiten kann.

So müssen Holzverkleidungen an Gebäuden laut dem Landesbaurecht von Baden-Württemberg beispielsweise durchgängig sein und aus mindestens zwei Lagen nicht brennbarer Plattenwerkstoffe bestehen. Fugen innerhalb einer Bauteilfläche sowie an Bauteilecken und -anschlüssen müssen mit Versatz bzw. Nut- und Federverbindungen hergestellt werden.

Das verwendete Dämmmaterial darf nicht entflammbar sein und muss einen Schmelzpunkt von wenigstens 1.000 °C haben.

Fassadengestaltung Holz - Dieses dunkle Holz passt perfekt zur hellen Garage

Pflege und Instandsetzung der Hausfassade

Bei der Fassadengestaltung eines Hauses sollte nicht nur die Optik eine Rolle spielen. Auch die erforderliche Pflege des verbauten Materials ist zu berücksichtigen. Am kostengünstigsten sind hier Fassadengestaltungen mit Putz. Dennoch muss auch hier mit zunehmendem Alter die Außenfassade erneuert oder stückweise ausgebessert werden.

Typische Schäden einer Putzfassade sind Risse, Ausblühungen, Abplatzungen und Verschmutzung. Leichte Verunreinigungen durch Algen werden mit einem sanften Wasserstrahl, einer Bürste und Reinigungsmittel entfernt. Danach muss die Fassade in der Regel neu gestrichen werden. Je nach Lage des Hauses, Vegetation, Sonneneinstrahlung und Feuchtigkeit kann das alle 10 Jahre der Fall sein.

Während feine Haarrisse eher unbedenklich sind, müssen größere Risse unbedingt abgedichtet werden. Dafür gibt es einen speziellen Reparaturmörtel. Kleinere Schäden werden punktuell ausgebessert. Da sich aber die ausgebesserten Stellen optisch von der restlichen Fassade abheben, lassen viele Hausbesitzer die Fassade über kurz oder lang auch neu streichen.

Wichtig: Wird die Fassade nicht nur punktuell ausgebessert, sondern werden wenigstens 10 % der gesamten Außenfassade eines Hauses erneuert, dann entsteht die gesetzliche Verpflichtung zum Anbringen einer Wärmedämmung.

Pflege einer Holzfassade

Wird die Hausfassade mit lasierten Holzbrettern verschalt, sind Trocknungsrisse einer der häufigsten Schäden. Diese sollten möglichst schnell ausgebessert werden. Ansonsten könnte Feuchtigkeit eindringen. Kleinere Abplatzungen werden mit einer Bürste entfernt und neu lasiert. Graue Holzlatten können mit geeigneten Chemikalien entgraut werden. Wurde bei der Fassadengestaltung der erforderliche Abstand zum Erdboden nicht eingehalten, können die Holzteile am Boden faulen. In diesem Fall müssen die betroffenen Bretter entfernt und erneuert werden.

Pflege einer Klinkerfassade

Sobald mechanische Schäden das Fugennetz zerstört haben, muss selbst eine robuste Klinkerfassade saniert werden. Dies ist oftmals aber erst nach vielen Jahrzehnten notwendig. Dennoch sind die Fugen die Schwachstelle der Klinkerfassaden. Bei einer unsachgemäßen Fassadengestaltung kann es auch sein, dass die Verfugung bereits nach wenigen Jahren erneuert werden muss. Bröckelnde oder lückenhafte Verfugungen sollten so schnell wie möglich erneuert werden. Am besten ist hier immer noch eine vollständige Neuverfugung. Dafür müssen die alten Mörtelfugen per Hand ausgekratzt, ausgebohrt oder mit Diamanttechnik ausgeschnitten werden. Darauf werden die Hohlräume gereinigt und dann neu verfugt.

Manchmal ist weniger mehr bei Fassadengestaltungen

Die Fassadengestaltung ist weit mehr als ein einfacher Anstrich der Hauswand

Ob Holz, Glas, Metall, Putz, Klinker oder Sichtmauerwerk. Die Möglichkeiten zur Fassadengestaltung sind vielfältig. Gerade in Wohnsiedlungen mit ähnlichen Haustypen können die Hausbesitzer damit persönliche Akzente setzen. Durch die zahlreichen Farbtöne und -nuancen, in denen die meisten Fassadensysteme mittlerweile erhältlich sind, kann man zudem seiner persönlichen Kreativität freien Lauf lassen. Doch je nach Gestaltungssatzung und Bebauungsplan kann es bei der Farbwahl Grenzen geben.

Außerdem sind farblich gestaltete Fassaden um einiges pflegeintensiver als einfache weiße Putzfassaden oder Holzverkleidungen. Denn im Zuge der Sonneneinstrahlung und Feuchtigkeit durch Regen kann die Strahlkraft der Farben recht schnell nachlassen. So verlangt die Fassade bereits nach wenigen Jahren eine Auffrischung. Einfach ist dann eine Putzfassade mit unterschiedlich strukturierten Oberflächen. Gleiches gilt für vorgehängte Fassadensysteme wie Sichtmauerwerk oder Holzfassaden. Doch egal, für welche Fassadengestaltung man sich entscheidet. Wichtig ist, dass sie einem selbst gefällt und sich zudem in das Ortsbild und die Landschaft integriert. Nur so wird verhindert, dass das neue Haus oder der sanierte Altbau durch die neue Fassade wie ein störendes Objekt in der Landschaft wirkt.

Wir – ein junges Paar Anfang 30 aus Hamburg – hatten die Idee von der überteuerten Mietwohnung in Hamburg auf Eigentum umzusteigen. Auf unserem Blog schreiben wir seit dem über unsere Erfahrungen mit dem Hausbau und dem Leben im Einfamilienhaus mit Garten. Christian ist dabei eher für organisatorische Dinge und das "Grobe" verantwortlich, sowohl im Haus, als auch im Garten. Lene kümmert sich dabei um die Innenausstattung, Deko, Pflanzen und alles, was wir zum Wohlfühlen so brauchen :-)

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