Heimwerken liegt im Trend. Dabei beschränkt sich das heimische Werkeln längst nicht auf die Reparatur eines wackligen Tisches oder die Aufstellung des Carports, nein, die Eigenleistung betrifft auch alle Arbeiten im und rund ums Haus. Viele Bauherren inkludieren die Eigenleistung sogar in den Hausbau. Das wiederum ist eine sehr verständliche Entscheidung, denn die Kosten für das Bauvorhaben lassen sich auf diese Weise reduzieren.

Nur sollte jeder an allen Arbeiten Hand anlegen? Gibt es nicht einige Projekte, die echtes Fachwissen und Können voraussetzen? Dieser Artikel geht auf die Tätigkeiten ein, die auch ein recht unerfahrener Bauherr – wie ich es war 😉 – selbst ausführen kann, ohne dass das Haus im Wasser steht.

Mögliche Eigenleistungen beim Hausbau

Vorab muss erwähnt werden, dass es rund um den Bau Tätigkeiten gibt, die ein Heimwerker wirklich nicht ausführen sollte. Geht bei diesen Arbeiten etwas schief, können massive Sicherheitsmängel auftreten oder Schäden, die die Kosten des Hausbaus im Handumdrehen um mehrere zehntausend Euro in die Höhe schnellen lassen. Diese Arbeiten sind meiner Einschätzung nach auf jeden Fall die Wasserleitungen, Elektrik und Heizsysteme. Hier sollte wirklich nur ein Fachmann ran. Eine Ausnahme ist eventuell, wenn Du oder ein Freund/Verwandter in diesen Berufen arbeitet und sich auskennt. Aber auch dann wäre ich wegen der Haftungsfrage vorsichtig.

Die drei aufgeführte Bereiche zeigen aber auch, dass es immer noch unzählige Aufgaben beim Hausbau gibt, die ein halbwegs geübter Handwerker selbst übernehmen könnte.

Wärmedämmung
Hier kann durchaus selbst Hand angelegt werden. Dabei muss die Dämmung aber in Rücksprache mit dem Energieberater erfolgen, denn gerade bei Häusern, für die ein KfW-Kredit in Anspruch genommen wird, gelten besondere Regeln. Zudem muss die Dämmung zum Haus passen. Was sehr oft in Eigenleistung gemacht werden kann, ist die Dämmung des Dachgeschosses. Wie die Dampfsperre und die Dämmplatten korrekt verlegt werden, kannst Du hier nachlesen und dir auch in unzähligen YouTube-Videos Schritt für Schritt anschauen.

Bodenbelege
Ist der Estrich trocken und es kann losgehen, können Bauherren sich um die Bodenbeläge des Hauses selbst kümmern. Die einfachsten Arbeiten sind natürlich das Verlegen von Laminat, Parkett oder auch Vinyl, wenn es sich um Beläge mit dem Klicksystem handelt. Aber auch hier heißt es: Nicht die Trittschalldämmung vergessen.

Fußboden Laminat Parkett Hausbau NeubauEin wenig komplizierter wird es, wenn Bodenfließen verlegt werden sollen. Aber auch das schafft ein Bauherr mit einer guten Anleitung und ein wenig Geduld. Tipp: Die Abstandshalter sind keine bloßen Gimmicks, sondern zur Benutzung da 😉 Wer die Bodenfliesen gemeistert hat, kann sich dann auch an die Wandfliesen wagen, denn das Prinzip ist dasselbe, nur die vertikale Ausrichtung immer ein wenig komplizierter.

Wände und Decke
Den Putz auf die Wände aufzubringen, hätten wir uns nicht zugetraut, das wäre vermutlich krumm und schief geworden 😉 Um die Wandfarben auf dem fertigen Putz haben wir uns dann allerdings selber gekümmert und auf das Tapezieren verzichtet.

Graue Wände im WohnzimmerWer sich Tapeten wünscht, kann diese Arbeit aber auch selbst übernehmen. Vliestapeten sind hier für Anfänger recht gut zu handhaben, da der Kleister direkt auf die Wand kommt und nicht erst die zugekleisterte Tapete über Kopf irgendwie an die Wand gebracht werden muss.

Gleiches gilt für das Verputzen, spachteln und streichen der Decke. Hier handelt es sich um Tätigkeiten, die zwar anstrengend sind, aber gut selber übernommen werden können.

Außenarbeiten
Außenarbeiten sind ideal für Heimwerker. Die Außenarbeiten haben nämlich den Vorteil, dass sie auch mal ein paar Wochen aufgeschoben werden können und selbst bei Einzug nicht fertig sein müssen. Bei diesen Arbeiten handelt es sich um alles, was mit dem Garten und Vorgarten im Zusammenhang steht: Beete einfassen, Terrasse pflastern, Carport, Pavillon, Gartenzaun oder auch der direkte Zufahrtsweg zum Haus.

Eingangstreppe und Briefkasten selber gebautWenn eigenständig mitgebaut werden soll, gibt es also durchaus Möglichkeiten, sein handwerkliches Geschick anzuwenden. Bei vielen Arbeiten kann sogar die ganze Familie miteinbezogen werden, sodass das Werkeln noch mehr Spaß macht.

Welches Equipment wird benötigt?

Es ist ein wenig kurios. Wer über Jahre in Mietwohnungen gewohnt hat, der hat zwar einen Werkzeugkoffer mit dem Notwendigsten, ein paar Schrauben- und Nagelkisten, die nicht von Möbelbestellungen übriggeblieben sind und einen Akkuschrauber. Und sonst? Da ist nicht viel, zumindest ging es uns so. Und dann kommt das eigene Haus und praktisch mit dessen Grundsteinlegung wird Equipment angeschafft.

Bei manchen neu gebackenen Hausbesitzern hat man das Gefühl, dass das Equipment umfangreicher ist, als das Mobiliar zum Einzug 😉 Aber das muss so sein, denn im Haus gibt es immer etwas zu tun – und das gilt insbesondere für die, die beim Hausbau tatkräftig mithelfen. Aber welche Werkzeuge braucht man eigentlich, gerade, wenn selbst mitgebaut wird?

Ein Überblick:

  • Laminatschneider – wer den Bodenbelag selbst verlegt, wird dieses praktische Werkzeug zu schätzen lernen. Laminatschneider können oftmals auch für einzelne Tage gemietet werden.
  • Stichsäge – sie sollte auf jeden Fall in der neuen Werkzeugkammer zu finden sein. Mit ihr lässt sich einfach so vieles machen: Bohlen zuschneiden, Laminat schneiden, Möbel reparieren und vieles mehr.
  • Kreissäge – wer ambitioniert heimwerken möchte, schafft sich mit der Zeit eine Kreissäge an, die haben wir beispielsweise für unsere Außentreppe benötigt.
  • Bohrmaschine – eine gute Bohrmaschine, die auch durch Beton bohrt, ist immer eine Empfehlung wert und gehört meiner Meinung nach zur absoluten Grundausstattung.
  • Schleifmaschine – im neuen Innenbereich des Hauses wird sie zwar kaum zum Einsatz kommen, doch wer den Außenbereich schön gestalten und pflegen will, wird sie lieben. Zumindest an dem Tag, an dem das Gartenhaus neu gestrichen und vorher abgeschliffen werden muss.

Natürlich ist auch ein guter Werkzeugkasten unumgänglich. Hier ist zum Beispiel auf eine größere Auswahl an Zangen zu achten, damit notfalls Wasseranschlüsse wieder festgezogen werden können.

Safety First

Zu guter Letzt darf die eigene Sicherheit nicht unerwähnt bleiben. Solides Schuhwerk, robuste Kleidung und feste Handschuhe sind bei den Bauprojekten im Eigenheim unumgänglich. Wer sich an Kreis- und Stichsägen wagt, der braucht eine Schutzbrille. Bei den Sägearbeiten fliegen viele kleine Späne durch die Luft, die im Gesicht und in den Augen massive Schäden anrichten können.

2 KOMMENTARE

  1. Je nach Bodenfließe würde ich jetzt nicht unbedingt Hand anlegen. Großformatige Steinzeugfließen brauchen einen absolut glatten Boden und viel Geschick als Fließenleger. Das kann nicht jeder Gelernte und als Hobbyheimwerker seh ich da echt schwarz.

    • Hallo Ben,
      da hast Du völlig Recht, an Fliesen hätten wir uns auch nicht rangetraut. Freunde von uns widerrum haben es selber gemacht und es sieht super aus. Es geht also, wenn man sich auskennt und weiß, was man tut. Ist das nicht der Fall, sollte man natürlich den Fachmann ranlassen. Aber das gilt ja für alle aufgeführten Punkte 😉
      Gruß, Christian

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