Wenn Du dich fragst, was wohl das allerwichtigste bei der Auswahl vom richtigen Grundstück ist, dann solltest Du jetzt unbedingt weiter lesen, denn die Antwort lautet: Das Bodengutachten! Und hinter diese Antwort kannst Du noch ein paar Ausrufezeichen setzen, wenn Du ein traumhaftes Grundstück gefunden hast und dich freust, dass es so günstig ist.

Das Bodengutachten – auch als Baugrundgutachten bezeichnet – gibt dir Aufschluss darüber, wie die Beschaffenheit des Bodens ist und ob vor dem Hausbau weitere Maßnahmen getroffen werden müssen, damit hier dein Traumhaus entsteht.

Zunächst das Wichtigste

Wenn möglich, solltest du das Bodengutachten VOR (!) dem Grundstückskauf machen lassen, vor allem dann, wenn dir der Kaufpreis sehr günstig vorkommt. Im schlimmsten Fall kaufst du nämlich ein Grundstück, welches mit Chemikalien oder anderen Altlasten verseucht ist. Das führt dann dazu, dass Du unglaublich viel Geld investieren musst, damit Du überhaupt mit dem Hausbau beginnen kannst. Wenn es ganz blöd läuft, bist du dann vor dem ersten Spatenstich schon finanziell ruiniert!

Wenn Du also in das Baugrundgutachten investierst und das Grundstück dann nicht kaufst, hast du zwar ein bisschen Geld „verloren“, allerdings ist dies unter Umständen die beste Investition, die du jemals getätigt hast! Und dabei meine ich gar nicht, dass Du das Grundstück auf keinen Fall kaufen darfst. Es geht darum, dass Du eventuelle Zusatzkosten im Vorfeld kennenlernst und in deine Hausbau Kosten einkalkulierst, um eine teure Nachfinanzierung zu vermeiden!

Denn wenn die Finanzierung von der Bank genehmigt wurde, der Kauf vom Grundstück vom Notar beglaubigt ist und Du mit dem Bau beginnen möchtest, gilt die (finanzielle) Planung als abgeschlossen. Und wenn Du nun plötzlich noch mal 20.000 Euro investieren musst, damit Du überhaupt mit dem Bau beginnen kannst, kann das für viele schon der Anfang vom Ende sein.

Umfang vom Bodengutachten

Im Wesentlichen gibt dir das Bodengutachten Auskunft über die Beschaffenheit des Bodens. Das ist wichtig um zu erfahren, in wie weit der aktuelle Boden überhaupt tragfähig ist oder ob das Gebäude beispielsweise abrutschen kann, was zu einer Schiefstellung und Rissen im Haus führen kann.

Im Detail umfasst das Bodengutachten:

  • die Feststellung der Bodenarten
  • Regenwasserversickerung möglich?
  • Drainage notwendig?
  • Feststellung der Bodenklassen (Kosten des Aushubs)
  • Bodenbelastungen (evtl. Entsorgung)
  • Tragfähigkeit (Statik, erforderliche Gründung)
  • Grundwasserverhältnisse (benötigte Kellerabdichtung)

Besonders wichtig wird das Baugrundgutachten, wenn Du einen Keller planst. Das bedeutet nicht, dass Du darauf verzichten kannst, wenn Du keinen Keller baust, allerdings ergeben sich beim Keller natürlich durch das Grundwasser weitere „Gefahrenquellen“ und Du benötigst beispielsweise eine Grundwasserabsenkung.

Durchführung vom Bodengutachten

Die Durchführung vom Bodengutachten scheint gar nicht so schwer, unseres hat wenige Stunden gedauert. Dabei wird an den vier geplanten Hausecken in den Boden gebohrt, Proben genommen und anschließend untersucht. Gewartet haben wir etwa eine Woche, dann hatten wir unser mehrseitiges Bodengutachten in der Hand und wussten, dass wir Boden austauschen müssen.

Das Bodengutachten haben wir dann sowohl an unseren Bauträger, als auch an unseren Tiefbauer weitergegeben.

Bodengutachten - Ergebnis und Empfehlung vom BaugrundgutachtenWeil in unserem Hausbauvertrag geregelt war, dass 30cm Bodenaustausch inklusive sind, warteten also auch auf uns schon vor dem ersten Spatenstich die ersten Zusatzkosten, da – wie man der Empfehlung entnehmen kann – mehr als 30cm ausgetauscht werden musste.

Bodengutachten Kosten

Obwohl das Bodengutachten so wichtig ist, sind die Kosten dafür vergleichsweise gering. Wir haben für unser Baugrundgutachten in Schleswig-Holstein etwa 650 Euro gezahlt. Je nach Bundesland schwanken die Preise wohl zwischen 500 und 800 Euro, so dass wir mit den Kosten ziemlich in der Mitte lagen.

Fazit

Ohne den richtigen Boden und die korrekte Bodenbeschaffenheit kannst Du kein Haus bauen. Deshalb solltest Du unbedingt vor dem Grundstückskauf ein Baugrundgutachten erstellen lassen um dich zu vergewissern, dass dein Haus hier wirklich gebaut werden kann.

Und wenn Du dich trotz des evtl. mangelhaften Bodens entscheidest, das Grundstück zu kaufen, dann weißt Du immerhin vorher, dass hier zusätzliche Kosten auf dich warten und kannst sie entsprechend in die Kalkulation aufnehmen. So vermeidest Du böse Überraschungen und eine teure Nachfinanzierung!

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