Nicht jeder Bauherr kann sämtliche Arbeiten an Profis abgeben. Viele packen aus Kostengründen mit an und beziehen Freunde und Familie in die zahlreichen Herausforderungen ein. Um Verletzungen bei den Eigenleistungen vorzubeugen, solltest Du auf gutes Schuhwerk und robuste Bekleidung Wert legen.

Arbeitskleidung: Tragekomfort und Sicherheit entscheidend

Strapazierfähigkeit, Bewegungsfreiraum, ergonomische Schnitte und pflegeleichte sowie atmungsaktive Fasern. Das sind die Eigenschaften, die bei Arbeitskleidung den Unterschied machen können. Engen Hosen und Oberteile hingegen engen ein, sind empfindlich oder wirken schweißtreibend, was die Arbeit ungemein beeinträchtigt. Generell solltest Du dich in den Textilien wohlfühlen und sie beim Werkeln gar nicht bemerken. Stört etwas, tausch es lieber aus! Jede Ablenkung kann beim Umgang mit Maschinen, Werkzeug und Baumaterialien unschöne Folgen haben.

Du nähst deine Sachen am liebsten selbst, um von der perfekten Passform zu profitieren? Geeignete Stoffe gibt es in regionalen Geschäften oder im Internet. Im Onlineshop des Berliner Stofffachhandels Traumbeere findest Du eine große Auswahl robuster Stoffe wie Baumwolle oder Cord. Baumwollstoff zeichnet sich durch Widerstandsfähigkeit, Robustheit, eine hohe Feuchtigkeitsaufnahme und hautsympathische Fasern aus. Cord ist für seine gute Verschleißfestigkeit bekannt. Klassischer Cord wird aus 80-90 Prozent Baumwolle und 10-20 Prozent Polyester gefertigt.

Bei der Arbeitskleidung sind Tragekomfort und Sicherheit entscheidendModerne Bundhosen für diverse Arbeitseinsätze bestehen ebenfalls aus einer Materialmischung, wobei hier der Anteil an Polyester oft höher ist als der von Baumwolle. Praktische Extras, wie eingearbeitete Kniepolster, verstellbare Bündchen oder Werkzeugtaschen verwandeln Arbeitshosen in wertvolle Begleiter in der Bauphase. Wichtig ist, dass der Bund im Bauchbereich nicht einschnürt. Schließlich muss man sich beim Hantieren auf Baustellen häufiger bücken, um Werkzeuge zu benutzen und Baumaterial zu bearbeiten. Bei T-Shirts gilt: Wer schnell und stark schwitzt, ist mit Funktionskleidung möglicherweise besser beraten. Baumwolle kann zwar viel Feuchtigkeit aufnehmen, ist das Gewebe aber erst einmal nass, trocknet es nur langsam, was schnell unangenehm wird. Mikrofasern trocknen deutlich schneller beziehungsweise werden erst gar nicht richtig nass, weil sie Schweiß direkt nach außen abgeben.

Weitere Tipps rund um Arbeitskleidung:

  • Ein Kopfschutz ist beim Hantieren im Freien bei Sonnenschein ein Muss.
  • Schutzbrillen, Gehörschutz, rutschsichere Handschuhe mit verstärkter Innenseite und ein Gehörschutz sind, abhängig von den Aufgaben, elementare Ergänzungen für den Arbeitsschutz.
  • Bei Oberbekleidung solltest Du sämtliche Bestandteile vermeiden, die sich in Maschinen oder an anderer Stelle verfangen könnten. Das betrifft zum Beispiel Gummischlaufen an Ärmeln oder Kordeln an Pullovern.

Robuste Arbeitsschuhe tragen!

Hinsichtlich der Schuhe sind rutschfeste Sohlen unverzichtbar. Schließlich kann es auf dem Bau schnell rutschig werden. Ob auf dem Gerüst, Dach oder beim Innenausbau. Rutschfeste Sohlen geben Sicherheit und verhindern schwere Stürze. Ein grobes Profil ist ebenfalls ratsam, weil es beim Laufen im Schmutz sicheren Halt fördert. Ist die Sohle hingegen spiegelglatt, sind Unfälle regelrecht vorprogrammiert. Achte daher auch bei deinen Helfern darauf, dass sie entsprechende Arbeitsschuhe tragen und stell ihnen im Zweifelsfall ein Paar! Diese Ausgaben sind besser als die Folgen eines Sturzes beklagen zu müssen.

Die richtigen Arbeitsschuhe schützen vor UnfällenStehen Arbeiten an, die ein erhöhtes Risiko für die Füße mit sich bringen, sind Sicherheitsschuhe mit integrierter Zehenkappe ideal. Sie schützen vor extremen Belastungen durch Druck und Stöße. Fällt Dir zum Beispiel ein Sack Zement herunter, sind die Auswirkungen beim Tragen von Sicherheitsschuhen im Bereich des Vorderfußes in der Regel minimal, während herkömmliche Sportschuhe dem Gewicht nicht standhalten können.

Woran Du bei Arbeitsschuhen außerdem denken solltest:

  • Sie sollten möglichst leicht sein, damit die Beine weniger schnell müde werden.
  • Durchtrittsichere Materialien schützen vor Nägeln und sonstigen spitzen Fremdkörpern.
  • Atmungsaktive Schuhe sind vorteilhaft, um den Tragekomfort zu erhöhen.
  • Klassische Schnürsenkel sind nicht die beste Wahl. Sie können sich lösen und zum Sturz führen. Klett- oder Boa-Drehverschlüsse bieten deutlich mehr Sicherheit.
  • Schuhe mit Dämpfung machen einen langen Arbeitstag auf der Baustelle angenehmer.
  • Die Passform muss stimmen. Achte darauf, dass Du genug Platz im Schuh hast und probiere neue Modelle immer nachmittags! Grund: Füße schwellen im Laufe des Tages an. Kaufst Du Schuhe morgens, wählst Du womöglich eine zu kleine Größe.

Deine Helfer kommen in Flip Flops oder ähnlichem zur Baustelle? Damit solltest Du sie keinesfalls arbeiten lassen. Das ist zu riskant. Bitte alle Beteiligten rechtzeitig angemessenes Schuhwerk anzuziehen und weise auf die Gefahren hin! Vermeide Stolperfallen und gestalte Laufwege trittsicher!

Extratipp: Denk an die Meldepflicht!

Wusstest Du, dass Du alle Helfer mittels Eigenbaunachweis bei der BG Bau anmelden musst? Bei Baumaßnahmen im privaten Sektor wird damit die Unfallversicherung gewährleistet. Du bist verpflichtet, Dritte zu melden. Wie BG Bau auf der Internetpräsenz erklärt, werden als Bauarbeiten unter anderem „Arbeiten zum Neu-, Um-, Aus- oder Anbau, insbesondere Maurer-, Zimmerer-, Dachdecker-, Verputzer-, Installations-, Schreiner-, Maler-, Fliesen- und Bodenlegerarbeiten wie auch Abbruch- und Erdarbeiten“ gezählt. Die Anmeldung von Helfern kannst Du direkt online erledigen.

1 KOMMENTAR

  1. Hi Christian,

    das sind wirklich tolle Tipps und sehr gut zusammengefasst!
    Vor allem die Arbeitsschuhe werden ja gern „Vergessen“, aber sind so wichtig.

    Beste Grüße aus dem heißen Berlin!
    Josephine

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